Europas Rüstungsausgaben steigen – doch die Schlagkraft bleibt schwach trotz 550 Milliarden Dollar

Samira Striebitz
Samira Striebitz
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Ein detailliertes strategisches Kriegslandkarte von Europa mit schwarzem Rand, das verschiedene Länder und Regionen während des Krieges anzeigt.Samira Striebitz

Europas Rüstungsausgaben steigen – doch die Schlagkraft bleibt schwach trotz 550 Milliarden Dollar

Europas Rüstungsausgaben sollen bis 2025 auf 550 Milliarden Dollar steigen – fast 60 Prozent des US-Haushalts. Doch trotz eines Überschusses von 150 Milliarden Dollar im Vergleich zu China hinkt der Kontinent in puncto militärischer Schlagkraft hinterher. Experten warnen nun, dass zersplitterte Strukturen und veraltete Produktionsmethoden Europa ausbremsen.

Eine aktuelle Analyse offenbart eklatante Ineffizienzen im europäischen Verteidigungssektor. Während die USA lediglich ein Hauptkampfpanzer-System betreiben, unterhält Europa 14 verschiedene Modelle. Die Diskrepanz zeigt sich auch bei U-Booten: Europa setzt auf 16 verschiedene Klassen, die USA auf nur vier. Bei Torpedos sind es in Europa 24 Varianten gegenüber drei in den USA.

Die Produktionsprobleme verschärfen die Lage zusätzlich. Zwar hat das Iris-TLM-Luftabwehrsystem seine Kapazitäten verdoppelt, doch wurden bisher nur sechs Feuereinheiten ausgeliefert. Kritiker monieren, dass solche geringen Stückzahlen die strategische Einsatzbereitschaft Europas untergraben.

Der Ökonom Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), schlägt zwei zentrale Reformen vor. Er fordert, dass mindestens 10 Prozent des 150-Milliarden-Euro-Verteidigungsetats in Forschung und Technologie fließen. Zudem plädiert er für einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt für Rüstungsgüter, um durch Skaleneffekte die Kosten zu senken.

Militärs teilen diese Bedenken. Generalleutnant Gert Nultsch und Vizeadmiral Thomas Daum betonen, dass die Industrie datengetriebene Kriegsführung und Automatisierung vorantreiben müsse. Gleichzeitig treibt Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, eine Bundesländer-Konferenz zur Verteidigungspolitik voran. Ihre Region will bis 2029 zum führenden deutschen Rüstungsstandort werden und unterstützt Technologieunternehmen mit einem eigenen Industriecluster.

Die europäische Rüstungsindustrie steht vor einer klaren Herausforderung: Höhere Ausgaben haben nicht zu mehr Schlagkraft geführt. Ohne Konsolidierung und Investitionen in Innovation wird sich die Kluft zwischen Ausgaben und Effizienz weiter vergrößern. Der Reformdruck hängt nun von politischer Abstimmung und industrieller Modernisierung ab.

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