"Sie spucken mir ins Gesicht": Bahnmitarbeiterin bricht 25 Jahre Schweigen über Gewalt

Liliana Trapp
Liliana Trapp
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäume, Gebäude und einen klaren Himmel im Hintergrund.Liliana Trapp

"Sie spucken mir ins Gesicht": Bahnmitarbeiterin bricht 25 Jahre Schweigen über Gewalt

Zugbegleiterin Mandy Brune arbeitet seit 25 Jahren bei der Deutschen Bahn – in dieser Zeit musste sie verbale Beleidigungen, Drohungen und körperliche Angriffe ertragen. Nun bricht sie ihr Schweigen im Rahmen einer neuen Kampagne, die auf die täglichen Gefahren aufmerksam machen soll, denen Bahnmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ausgesetzt sind. Die Initiative startet zu einem Zeitpunkt, an dem Statistiken einen besorgniserregenden Anstieg von Übergriffen auf Eisenbahnbeschäftigte in den vergangenen zehn Jahren zeigen.

Brune erinnert sich an zahllose Vorfälle, bei denen Fahrgäste sie beschimpften, mit Gewalt drohten oder sie sogar anspuckten. Am meisten belastet sie jedoch das Schweigen der Umstehenden – Menschen, die Zeugen solcher Angriffe werden, ohne einzugreifen. Dennoch liebt sie ihren Beruf und hat in letzter Zeit kleine Veränderungen bemerkt: Einige Reisende stellen sich mittlerweile auf ihre Seite, wenn es zu Konflikten kommt.

Die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" konfrontiert mit auffälligen Plakaten an Bahnhöfen wie Münster die Fahrgäste mit der brutalen Realität solcher Übergriffe. Ein Schild trägt die Aufschrift: "Ich bringe Sie sicher ans Ziel. Und Sie spucken mir ins Gesicht." Die Aktion ist Teil einer breiteren Initiative von Gewerkschaften, die sich für mehr Sicherheit im öffentlichen Dienst einsetzen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwar ging die Anzahl der Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn 2025 leicht auf 3.262 Fälle zurück, doch liegt dieser Wert immer noch 37 Prozent höher als 2016. Besonders stark stieg die Gewalt während der Pandemie 2021. Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, fordert nun dringend Maßnahmen: unter anderem Doppelschichten, Körperkameras für alle Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst.

Auch eine Wanderausstellung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) tourt derzeit durch das Land und wirbt für bessere Schutzmaßnahmen. Das Ziel ist eindeutig: Diejenigen, die den öffentlichen Nahverkehr am Laufen halten, sollen ihre Arbeit ohne Angst ausüben können.

Die Kampagne und die Gewerkschaftsinitiativen erhöhen den Druck auf die Verantwortlichen. Brunes Erfahrungen zeigen, wie sehr verbale und körperliche Angriffe das Personal belasten, während die steigenden Fallzahlen das Ausmaß des Problems unterstreichen. Im Mittelpunkt der Forderungen nach Veränderung stehen weiterhin Körperkameras, mehr Personal und rechtliche Reformen.

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