Theaterprozess debattiert: Soll die AfD in Deutschland verboten werden?
Theaterprozess debattiert: Soll die AfD in Deutschland verboten werden?
**Dreitägiger Theaterprozess in Deutschland: Soll die AfD verboten werden?
Unter dem Titel "Prozess gegen Deutschland" hat in Deutschland ein dreitägiger inszenierter Gerichtsprozess stattgefunden, der über ein mögliches Verbot der rechtsextremen AfD debattierte. Regie führte der Schweizer Theaterregisseur Milo Rau, der für seine Verschmelzung realer juristischer Debatten mit performativen Elementen bekannt ist. Den Vorsitz hatte die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin inne. Am Ende des Verfahrens forderte eine Jury eine vertiefte Prüfung der Thematik.
Rau hat sich mit aufsehenerregenden Theaterprozessen einen Namen gemacht, die reale Gerichtsverfahren nachstellen. In "Die Moskauer Prozesse" (2013) inszenierte er Stalins Schauprozesse in Moskau mit ursprünglichen Beteiligten nach. "Die Zürcher Prozesse" (2015) rekonstruierten den Fall des belgischen Serienmörders Marc Dutroux aus dem Jahr 1992 in Zürich – unter Einbeziehung von Angehörigen der Opfer und Juristen. Seine Produktionen verwandeln Theater in Gerichtssäle, in denen Schauspieler mit echten Zeugen, Überlebenden und Rechtsexperten zusammenwirken, um gesellschaftliche Debatten anzustoßen.
Auch "Prozess gegen Deutschland" folgte diesem Konzept, doch das Thema war brandaktuell: die Frage, ob die AfD verboten werden sollte. Noch vor Beginn sorgte die Inszenierung für Kontroversen. Mehrere Teilnehmer sagten kurzfristig ab, da sie sich weigerten, gemeinsam mit Rechtsextremen auf der Bühne zu stehen.
Trotz der Absagen kam der Prozess zustande – mit einer Jury aus Juristen, Aktivisten und Wissenschaftlern. Nach drei Tagen intensiver Diskussionen gelangten sie zu dem Schluss, dass die Angelegenheit weiterer Prüfung bedürfe, statt einer sofortigen Entscheidung.
Ein endgültiges Urteil über den Status der AfD blieb aus. Stattdessen empfahl die Jury eine fortgesetzte Untersuchung der Aktivitäten und der rechtlichen Stellung der Partei. Raus Produktion zeigte erneut, wie Theater reale politische und juristische Diskurse aufgreifen und bereichern kann.
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