27 March 2026, 18:32

Bergisch Gladbach vor dem Kollaps: 50 Millionen Defizit und drohende Pleite bis 2027

Plakat mit Text und Logo, das 'Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030' fordert und damit für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 eintritt.

Bergisch Gladbach vor dem Kollaps: 50 Millionen Defizit und drohende Pleite bis 2027

Bergisch Gladbach steht vor schweren finanziellen Problemen – Pleite droht bis 2027

Die Stadt Bergisch Gladbach steuert auf eine tiefe Haushaltskrise zu, warnen Verantwortliche – eine mögliche Insolvenz könnte bereits 2027 Realität werden. Der Haushaltsentwurf für 2026 offenbart ein Defizit von fast 50 Millionen Euro, begleitet von Steuererhöhungen und massiven Bedenken hinsichtlich der Ausgabenprioritäten. Lokale Politiker und Wirtschaftsvertreter schlagen Alarm wegen Missmanagements und eines anhaltenden wirtschaftlichen Niedergangs.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die prekäre Finanzlage wurde kürzlich in einer Haushaltsrede des AfD-Politikers Florian Fornoff deutlich. Der Plan für 2026 prognostiziert ein Fehlbetrag von 50 Millionen Euro, verursacht unter anderem durch überoptimistische Steuerschätzungen bei den Gewerbesteuereinnahmen. Dabei liegen die Steuersätze in Bergisch Gladbach bereits jetzt über dem regionalen Durchschnitt – dennoch setzt der Haushalt auf weitere Belastungen für die Bürger.

Kritiker sehen vor allem eine aufgeblähte Verwaltung als zentrales Problem. Die Stadt beschäftigt 97 Mitarbeiter im Personalwesen – mehr als das Fünffache dessen, was in der Privatwirtschaft für eine vergleichbare Belegschaft üblich ist. Gleichzeitig fließen fast 7,5 Millionen Euro in Asyl- und Integrationsmaßnahmen, obwohl 70 Prozent der Anträge abgelehnt werden. Weitere 7,5 Millionen Euro werden für sieben Stellen in der Öffentlichkeitsarbeit unter dem Stadtmarketing-Etat veranschlagt.

Auch bei Infrastruktur und Klimaschutz gibt es massive Defizite. Die Straßeninstandhaltung ist chronisch unterfinanziert, was zu maroden Fahrbahnoberflächen und ständigen Flickwerk-Reparaturen führt. Der kommunale Klimaschutzetat konnte Überschwemmungen nicht verhindern, sodass Anwohner weiterhin gefährdet sind. Pro Jahr werden lediglich zwei größere Bauprojekte umgesetzt – neben den absoluten Kernaufgaben.

Wirtschaftsvertreter warnen vor einem anhaltenden Abwärtstrend. Bereits im Februar 2026 bezeichnete Dr. Uwe Vetterlein von der Industrie- und Handelskammer die Deindustrialisierung als unaufhaltsam. Bis Anfang 2025 hatten 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis Entlassungen angekündigt. Die Schließung des Isover-Produktionsstandorts verschärfte die Sorgen, auch wenn die genauen Zahlen zu Arbeitsplatzverlusten noch unklar sind.

Selbst bei der Technik herrscht Ineffizienz: Stadt und Kreis betreiben nahezu identische Geoinformationssysteme. Der Kämmerer räumte ein, dass ohne radikale Kurskorrekturen eine Insolvenz bis 2027 kaum abzuwenden sei.

Der Haushalt 2026 unterstreicht die sich verschärfende Krise Bergisch Gladbachs: steigende Steuern, überbordende Verwaltungskosten und marode Infrastruktur. Während Unternehmen weiter Stellen abbauen, müssen Bürger höhere Abgaben zahlen – bei gleichzeitig schlechter werdenden Leistungen. Ohne grundlegende Reformen werden sich die wirtschaftlichen und operativen Probleme der Stadt weiter zuspitzen.

Quelle