Willichs Eltern kämpfen um Kita-Plätze vor der Haustür
Eltern in Willich haben die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" ins Leben gerufen, um sich für lokale Kinderbetreuungslösungen einzusetzen. Ihr Engagement kommt zu einer Zeit, in der die Stadt mit rückläufigen Anmeldungen in Kitas und gestrichenen Bauvorhaben konfrontiert ist. Die Sorgen um den Zugang zu frühkindlicher Bildung in der Region wachsen.
In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der in Willicher Kindertageseinrichtungen (Kitas) angemeldeten Kinder um etwa 14 Prozent gesunken. Während 2021 noch rund 2.800 Kinder betreut wurden, lag die Zahl 2025 bei etwa 2.400. Die Stadtverwaltung führt den Rückgang auf sinkende Geburtenraten, den Wegzug von Familien in benachbarte Gemeinden und wirtschaftliche Unsicherheiten nach der Pandemie zurück.
Wegen Haushaltskürzungen und nachlassender Nachfrage wurden zwei geplante Kita-Neubauten gestrichen. Als einziges verbleibendes städtisches Projekt gilt das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof, wohin die Kita Alperof umziehen soll. Doch es gibt Fragen zur Finanzierung, da mittlerweile ein externer Investor in das Vorhaben eingebunden ist.
Eltern und der Förderverein der Kita Alperof haben in offenen Briefen an Bürgermeister Pakusch die mangelnde Kommunikation über den Umzug kritisiert. Zudem haben sie den Bürgermeister zu einem direkten Gespräch eingeladen, um langfristige Lösungen für Familien im Norden und Nordosten Willichs zu finden. Die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" wirbt für eine wohnortnahe Kinderbetreuung, um Stress durch weite Wege zu verringern, die Verlässlichkeit zu erhöhen und Familien mehr gemeinsame Zeit zu ermöglichen.
Die Stadt steht nun unter Druck, den Zugang zu Betreuungsplätzen angesichts sinkender Anmeldezahlen und gestrichener Projekte zu verbessern. Eltern fordern klarere Pläne und nachhaltige Konzepte, um frühkindliche Bildung in Reichweite zu halten. Das Zentrum in Reinershof bleibt die einzige Neubauoption – doch seine Zukunft hängt davon ab, ob die Fragen zu Finanzierung und Transparenz geklärt werden können.






