Willich plant Kürzungen bei Geschwisterrabatten – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Liliana TrappWillich plant Kürzungen bei Geschwisterrabatten – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Willich steht unter finanziellem Druck und sucht nach Wegen, die Kosten zu senken und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die jüngsten Vorschläge der Stadtverwaltung zielen auf die Gebühren für Kinderbetreuung ab – und lösen damit heftige Reaktionen bei Eltern und lokalen Initiativen aus. Offizielle Stellen betonen zwar, dass noch keine Entscheidungen gefallen seien, doch die Debatte ist bereits in vollem Gange.
Die Verwaltung plant, die Geschwisterermäßigungen zu kürzen, um damit rund 500.000 Euro zusätzlich einzunehmen. Weitere 100.000 Euro könnten durch eine Deckelung der dynamischen Gebührenanpassungen bei drei Prozent hereinkommen. Diese Maßnahmen folgen einem Auftrag des Haupt- und Finanzausschusses, der eine Überprüfung der Elternbeiträge bis zum 28. April gefordert hatte.
Die Eltern in Willich reagieren empört auf die geplanten Änderungen. Viele lehnen die Streichung der Geschwisterrabatte und höhere Gebühren ab und argumentieren, dass dies Familien unzumutbar belaste. Auch der Jugendhilfeausschuss der Elternvertreter (JAEB) hat sich gegen die Pläne ausgesprochen und sie als unverhältnismäßig kritisiert.
Bürgermeister Christian Pakusch versuchte, die Situation zu klären, und betonte, dass es um eine Anpassung – nicht um eine Abschaffung – der Geschwisterermäßigungen gehe. Gleichzeitig verwies er darauf, dass benachbarte Kommunen wie Nettetal und Kempen bereits bei allen Betreuungsangeboten eine 50-prozentige Geschwistergebühr erheben.
Unterdessen hat die SPD-Fraktion alternative Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 vorgeschlagen. Ihr Konzept setzt nicht bei Eltern und Kindern an, da Familien nicht die Hauptlast der finanziellen Konsolidierung tragen sollten. Die Diskussion um die Kinderbetreuungskosten in Willich zieht sich bereits seit einiger Zeit hin, ohne dass bisher eine Lösung in Sicht wäre.
Die Vorschläge der Verwaltung werden nun den gewählten Vertretern zur weiteren Beratung vorgelegt. Noch sind keine endgültigen Beschlüsse gefasst, und das Ergebnis bleibt ungewiss. Die Stadt steht vor der Herausforderung, ihre Haushaltsziele mit den Sorgen der Eltern und Verbände in Einklang zu bringen.






