Wie ein Film und die Krusenstern maritime Träume zwischen Kiel und Hamburg wecken
Torsten BenderWie ein Film und die Krusenstern maritime Träume zwischen Kiel und Hamburg wecken
Der Film Große Freiheit Nr. 7 von 1944 erzählt die Geschichte eines Seemanns, der zwischen der See und der Liebe hin- und hergerissen ist. Hans Albers spielt darin Hannes Kröger, einen Mann, der sich nach der Weite des Meeres sehnt. Seine Reise beginnt an Bord der Padua, dem letzten großen Segelschiff der Hamburger Flying P-Liner.
Für Michael Krieg übt das Meer und seine Schiffe seit jeher eine besondere Faszination aus. Aufgewachsen in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel, beobachtete er täglich, wie Marineschiffe und Segler vorbeizogen. Seine Kindheitserinnerungen und die Liebe zur Musik prägten später seine Verbindung zu den maritimen Traditionen.
Krieg verbrachte seine frühen Jahre in Kiel, wo das geschäftige Treiben der Werften und die imposanten Schiffe zum Alltag gehörten. Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr lebte er in der Nähe der Howaldtswerke und verfolgte den Bau und die Bewegungen von Schiffen wie dem Segelschulschiff der deutschen Marine, der Gorch Fock. Der Anblick dieser Schiffe hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck.
Auch die Musik spielte in seiner Erziehung eine zentrale Rolle. In seiner Familie verehrte man Sänger wie Hans Albers, Freddy Quinn und Lale Andersen. Krieg selbst sang in einem Kirchenchor, wo ein bassstarker Sänger – zugleich Mitglied im Lotsen-Gesangverein – neben ihm stand. Diese frühen Erfahrungen mit dem Chorgesang verbanden ihn mit der maritimen Musiktradition Kiels.
In Große Freiheit Nr. 7 verkörpert Hans Albers den ruhelosen Seemann Hannes Kröger, der sich nach dem Meer sehnt. Seine Figur heuert auf der Padua an, die heute als russisches Segelschulschiff Krusenstern bekannt ist. Als letzter erhaltener Viermastbark der Flying P-Liner steht das Schiff für Abenteuer und den Niedergang der großen Segelschiffsära. Der Film zeigt Krögers inneren Konflikt zwischen der Liebe zu einer Frau und der Sehnsucht nach der Weite des Ozeans.
Die Traditionen, die Krieg erlebte, reichen bis in die Häfen des 19. Jahrhunderts an Nord- und Ostsee zurück. Seeleute entwickelten Arbeitslieder, um ihre Tätigkeiten zu koordinieren, und daraus entstanden organisierte Chöre. Heute halten Gruppen wie der Lotsen-Gesangverein diese maritimen Melodien in den Küstenstädten lebendig.
Die Padua – heute die Krusenstern – bleibt ein schwimmendes Denkmal der Hamburger Segelschifffahrtsgeschichte. Michael Kriegs Kindheit in Kiel, geprägt von Werften und Seemannsliedern, spiegelt ein weiteres kulturelles Erbe wider. Der Film und seine Musik hallen bis heute nach und bewahren die Geschichten der Seeleute und der Schiffe, die sie ihre Heimat nannten.






