Watzke will BVB-Präsident werden – doch Kritik und Konflikte belasten seinen Weg
Ingrid LöwerWatzke vor der Wahl: "Dinge, die mich schwer belastet haben" - Watzke will BVB-Präsident werden – doch Kritik und Konflikte belasten seinen Weg
BVB-Chef Hans-Joachim Watzke kandidiert nach zwei Jahrzehnten als Vorstandsvorsitzender für das Präsidentenamt
Nach 20 Jahren an der Spitze von Borussia Dortmund strebt Hans-Joachim Watzke nun das Amt des Vereinspräsidenten an. Seine Kandidatur fällt in eine unruhige Phase, geprägt von internen Konflikten und einem gescheiterten Versuch, eine umstrittene Sponsoring-Partnerschaft zu verlängern. Die Wahl findet statt, während Watzke wegen früherer Entscheidungen unter Druck gerät – etwa im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen und der polarisierenden Zusammenarbeit mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall.
Watzkes Bewerbung um die Präsidentschaft nahm Fahrt auf, nachdem der amtierende Präsident Reinhold Lunow im August seine erneute Kandidatur zurückzog. Lunow, der ursprünglich für eine weitere Amtszeit antreten wollte, räumte das Feld – und machte Watzke damit zum Favoriten. Seither haben beide Gespräche geführt, um die Spannungen abzubauen und eine konstruktive Zusammenarbeit wiederherzustellen.
Doch der Weg an die Vereinsspitze gestaltet sich für den langjährigen BVB-Chef nicht ohne Hindernisse. In den vergangenen sechs Monaten sah er sich mit persönlichen Belastungen konfrontiert, während um die Machtverteilung im Klub gerungen wurde. Zudem steht seine Führung in der Kritik, insbesondere sein Umgang mit Missbrauchsvorwürfen aus den 1990er-Jahren gegen einen langjährigen BVB-Mitarbeiter. Watzke hatte die Angelegenheit damals an den damaligen Präsidenten Reinhard Rauball weitergeleitet. Nach der späteren Wiederwahl des Beschuldigten in den Ältestenrat und seiner Anstellung als Vereinsmitarbeiter 2012 betrachtete er den Fall als abgeschlossen. Aktuell wies er erneute Vorwürfe wegen seiner damaligen Handhabung zurück.
Ein weiterer Streitpunkt ist das Sponsoring-Abkommen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Watzke verteidigte die Partnerschaft mit dem Argument, es habe sich nicht um eine Alleinentscheidung gehandelt. Doch die Mitglieder stimmten auf der Jahresversammlung 2024 gegen eine Verlängerung. Nun hat er zugesagt, die Frage 2026 erneut zur Diskussion zu stellen – und sich dem Mehrheitsvotum zu beugen.
Ob Watzke die Wahl gewinnt, hängt davon ab, ob die Mitglieder seine Vision nach Jahren an der Vereinsspitze mittragen. Das Ergebnis könnte die künftige Ausrichtung des BVB in Sachen Vereinsführung, Sponsoring und Verantwortung prägen. Bis dahin wartet der Klub auf eine Abstimmung, die seine Zukunft unter Watzkes Führung neu definieren könnte.






