19 March 2026, 10:48

Von Elvis bis Pumuckl: Wie Städte ihre Ampelmännchen mit Kultursymbolen revolutionieren

Stadtstraße mit Zebrastreifen und Ampel, Fahrzeuge, Fußgänger mit Regenschirmen auf dem Gehweg, Bäume, Gebäude und bewölkter Himmel.

Wenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Von Elvis bis Pumuckl: Wie Städte ihre Ampelmännchen mit Kultursymbolen revolutionieren

In Städten bundesweit werden klassische Fußgängerampeln zunehmend durch Modelle mit lokalen Kultursymbolen ersetzt. Seit 2017 haben mindestens acht Standorte thematische Ampelfiguren eingeführt – darunter Abbildungen von Elvis Presley, Karl Marx und dem Rattenfänger von Hameln. Besonders Bayern treibt den Trend voran: Zahlreiche Kommunen setzen auf individuelle Motive, um regionale Identität zu unterstreichen.

Den Anfang machte 2017 die Einführung von Ampeln mit Elvis-Presley- und Karl-Marx-Silhouetten in Städten wie Friedberg und Trier. Hameln folgte 2019 mit dem Rattenfänger, während München mittlerweile drei Ampeln mit dem Kobold Pumuckl schmückt. Nürnberg brachte 2026 Albrecht Dürers Feldhase an, und Saarbrücken entschied sich für Saarlodri, eine lokale Comicfigur. Mainz erweiterte zwischen 2017 und 2019 seine Mainzelmännchen-Designs.

In Bayern hat sich die Bewegung weiter ausgebreitet: Straubing zeigt Bruder Straubinger, eine regionale Volksfigur, und in Dachau tragen die Ampelmännchen traditionelle bayerische Tracht. Deggendorf präsentiert eine Frau, die Knödel wirft, während Hof bald seinen Wärschtlamo-Wurstverkäufer einführen wird. Dachau plant nach positiver Resonanz weitere Motive – jede Schablone kostet 300 Euro zuzüglich Designgebühren.

Nicht alle Vorschläge stießen auf ungeteilte Zustimmung. Die Kasperl-Ampel in Augsburg nahe dem Theater erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Hofs Wärschtlamo-Entwurf wurde zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt, später aber doch genehmigt. Nürnberg hingegen installierte Dürers Hasen ohne externe Rücksprache und berief sich auf die eigene Entscheidungshoheit.

Das bayerische Innenministerium kritisiert den Trend und warnt, dass individuelle Designs die Wiedererkennung verlangsamen und die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten. Trotzdem setzen Städte die thematischen Ampeln weiter ein – zwischen lokalem Stolz und regulatorischen Auflagen.

Der Wandel hin zu kulturellen Ampelfiguren spiegelt einen größeren Trend wider: die Betonung regionaler Identität im öffentlichen Raum. Während einige Behörden Bedenken wegen der Sicherheit äußern, erweitern Städte wie Dachau und Hof ihre thematischen Signale auf Basis der Bürgerunterstützung. Die Designs bleiben bestehen und verbinden so Tradition mit alltäglicher Infrastruktur.

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