Mona Neubaur fordert härtere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Collien-Fernandes-Fall
Ingrid LöwerMona Neubaur fordert härtere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Collien-Fernandes-Fall
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat sich zur dringenden Notwendigkeit geäußert, den Missbrauch von Deepfakes zu bekämpfen. Ihre Stellungnahme erfolgte, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes öffentlich über ihre Erfahrungen als Opfer von Deepfake-Manipulationen berichtet hatte. Neubaur lobte Fernandes für ihren Mut, der dazu beitrage, das Problem ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Neubaur bezeichnete Fernandes als eine mutige Frau, deren Entscheidung, sich offen zu äußern, ein starkes Signal an andere betroffene Frauen sende. Sie betonte, dass Deepfakes längst kein seltenes Problem mehr seien, sondern eine weit verbreitete Bedrohung, die sofortiges Handeln erfordere.
Die Politikerin kritisierte das zögerliche Tempo bei gesetzlichen Reformen und verwies auf erhebliche rechtliche Lücken im Umgang mit solchen Fällen. Sie argumentierte, dass die aktuellen Gesetze die Schwere digitaler Gewalt nicht ausreichend berücksichtigten und Opfer damit ohne angemessenen Schutz ließen.
Um die rechtlichen Instrumentarien zu stärken, forderte Neubaur Reformen im Sexualstrafrecht. Sie schlug vor, digitale und physische Gewalt im Gesetz gleich schwerwiegend zu behandeln. Zudem regte sie die Einrichtung spezialisierter Gerichte für Sexualstraftaten an – sowohl online als auch offline –, orientiert am Vorbild Spaniens, wo ein solches Modell bereits besteht.
Neubauers Äußerungen unterstreichen die wachsende Herausforderung durch Deepfake-Missbrauch und die Notwendigkeit schärferer gesetzlicher Maßnahmen. Zu ihren Vorschlägen gehören eine Reform des Strafrechts sowie die Schaffung spezieller Gerichte, die sich mit Fällen digitaler und physischer Gewalt befassen. Die Debatte gewinnt an Fahrt, nachdem Fernandes' öffentlicher Bericht das Thema erneut in den Fokus gerückt hat.






