Moers ehrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
Samira StriebitzMoers ehrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
Neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" in Moers vorgestellt – eine Hommage an die jüdische Geschichte der Stadt
In Moers ist eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" erschienen, die das jüdische Erbe der Stadt beleuchtet. Die Publikation widmet sich der frühen jüdischen Gemeinde, der ehemaligen Synagoge sowie dem Schicksal der während der NS-Zeit Deportierten. Bürgermeisterin Julia Zupancic hat zudem die offizielle Schirmherrschaft über die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit übernommen und damit das Engagement der Stadt für die Erinnerungskultur bekräftigt.
Die Broschüre schildert das Leben jüdischer Bürgerinnen und Bürger, die vor 1933 in Moers in vollem Besitz ihrer bürgerlichen Rechte waren. Zu ihnen zählten Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr und Maria Djuk, die als Nachbarn in der Gemeinde lebten. Dokumentiert werden auch die Stolpersteine – jene kleinen Gedenktafeln im Pflaster, die an Deportationsopfer erinnern. Eine genaue Zahl der Betroffenen liegt jedoch nicht vor.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Herausgeberin der Broschüre, setzt seit Langem auf Bildungsarbeit. Lehrer Daniel Schirra vom Adolfinum-Gymnasium und sein ehemaliger Schüler Julian Müller vermitteln Schülerinnen und Schülern regelmäßig die Arbeit des Vereins. Durch Schulprojekte bleibt die Auseinandersetzung mit diesem Teil der Geschichte für die junge Generation lebendig.
Anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft traf Bürgermeisterin Zupancic mit dem Vorstand der Gesellschaft zusammen. Sie betonte die Bedeutung der Bewahrung jüdischen Erbes und des Kampfes gegen Antisemitismus. Die Broschüre ist für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich.
Der Verein pflegt bundesweite Kontakte und brachte bereits die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille in die Stadt. Seine Initiativen sorgen dafür, dass die jüdische Vergangenheit Moers' sichtbar bleibt und nicht in Vergessenheit gerät.
Die Publikation bietet eine greifbare Dokumentation der jüdischen Geschichte Moers' – von den Anfängen der Gemeinde bis zu den Verlusten unter der NS-Herrschaft. Mit der Unterstützung der Bürgermeisterin und der kontinuierlichen Bildungsarbeit ehrt die Gesellschaft jene, die einst diese Stadt ihre Heimat nannten. Exemplare liegen in lokalen Einrichtungen für Interessierte aus.






