Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Samira StriebitzSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen ist in diesem Jahr an die belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa verliehen worden. Die feierliche Übergabe fand am Samstag im historischen Krönungssaal von Aachen statt. Die Auszeichnung würdigt ihren langjährigen Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus.
Kolesnikowa war wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen die Regierung von Alexander Lukaschenko zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden. Trotz der Gefahr hatte sie sich geweigert, das Land zu verlassen, und war vor ihrer Festnahme 2020 untergetaucht.
Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten und Institutionen für ihre Verdienste um Europa. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Die diesjährige Wahl betont Kolesnikowas "außergewöhnlichen Mut", mit dem sie sich gegen ein autoritäres Regime stellt.
Nach Jahren in Haft wurde sie im Dezember 2025 entlassen. Deutschland hat ihr seitdem politisches Asyl gewährt und ihr nach der langen Inhaftierung Schutz geboten.
Kolesnikowa reiht sich damit in die Liste der renommierten Preisträger ein, zu denen auch Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und italienische Ministerpräsident, gehört. Ihre Auszeichnung unterstreicht den anhaltenden Kampf um demokratische Freiheiten in Belarus. Die Preisverleihung in Aachen markierte ihren ersten großen öffentlichen Auftritt seit der Gewährung von Asyl in Deutschland.