02 May 2026, 04:32

Lebensgefährlicher Job: Wie NRW-Bombenentschärfer mit Hightech und Mut Altlasten bekämpfen

Männer in Helmen und Handschuhen entschärfen eine große Bombe in einer industriellen Umgebung mit Maschinen und Wandtext.

Lebensgefährlicher Job: Wie NRW-Bombenentschärfer mit Hightech und Mut Altlasten bekämpfen

In Nordrhein-Westfalen übernehmen zwei spezialisierte Teams die gefährliche Aufgabe der Bombenentschärfung. Die USBV-Einheit des Landeskriminalamts (LKA), geleitet von Experten wie Andreas Otte, kümmert sich um kriminelle Sprengkörper und improvisierte Sprengvorrichtungen. Gleichzeitig konzentriert sich der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) auf die Räumung von Kriegsmunition und anderen konventionellen Altlasten aus vergangenen Konflikten.

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Die USBV-Sprengstoffbeseitigungseinheit des LKA besteht seit 1981 und umfasst 15 hochqualifizierte Fachkräfte. Zu ihnen gehört Andreas Otte, ein ausgebildeter Spezialist für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen. Sein Aufgabenbereich reicht von der Entschärfung militärischer Sprengkörper bis hin zur Sicherung selbstgebauter Labore und Pyrotechnik, die an ungewöhnlichen Orten wie Fußballstadien auftauchen.

Ottes Schutzanzug ist ein unverzichtbares Arbeitsmittel. Mit einem Gewicht von etwa 40 Kilogramm und Kosten von über 60.000 Euro benötigt er 15 Minuten, um ihn anzulegen. Der Anzug besteht aus Kevlar und verfügt über einen verstärkten Helm, verzichtet jedoch auf Handschuhe, um die Fingerfertigkeit zu erhalten. Sein Team setzt zudem ferngesteuerte Roboter ein – jeder wiegt 300 Kilogramm –, um Sprengstoffbedrohungen aus sicherer Distanz zu neutralisieren.

Die LKA-Einheit wird jährlich zu rund 800 Einsätzen gerufen, darunter etwa 300 Bombenentschärfungen. Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen hinaus und unterstützt bei Bedarf andere Bundesländer. Der KBD hingegen konzentriert sich auf präventive Räumungen und bearbeitete allein 2024 über 35.500 Anfragen. Im selben Jahr entschärften die Experten 7.266 Sprengkörper in der gesamten Region.

Während sich das LKA mit kriminalistischen und polizeilichen Sprengstofffällen befasst, spezialisiert sich der KBD auf Kriegsrelikte. Beide Teams arbeiten nach strengen Sicherheitsprotokollen, um die öffentliche Sicherheit in einer Region zu gewährleisten, die sowohl von historischen als auch von modernen Sprengstoffgefahren betroffen ist.

Die USBV-Einheit des LKA und der KBD erfüllen in Nordrhein-Westfalen unterschiedliche, aber gleichermaßen unverzichtbare Aufgaben. Das LKA-Team, ausgestattet mit Hightech-Anzügen und Robotern, führt jährlich etwa 300 Bombenentschärfungen durch, während der KBD tausende Kriegsmunitionen beseitigt. Gemeinsam sorgen sie für einen kontinuierlichen Schutz vor explosiven Bedrohungen – ob aus der Vergangenheit oder der Gegenwart.

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