30 April 2026, 20:34

Krefelds OB attackiert Merz: "Seine Stadtpolitik ist realitätsfremd"

Detailierte alte Karte von Weimar, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text über die Bevölkerung und Merkmale der Stadt.

Bürgermeister von Krefeld kritisiert Merz und fordert mehr Finanzierung - Krefelds OB attackiert Merz: "Seine Stadtpolitik ist realitätsfremd"

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer hat Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen jüngste Äußerungen zu den Problemen deutscher Großstädte in der Krise scharf kritisiert. Meyer, Mitglied der SPD, wies Merz' Aussagen als unhilfreich und vereinfachend zurück. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie mit den wachsenden Herausforderungen in Städten wie Krefeld umgegangen werden soll.

Merz hatte zuvor städtische Probleme mit Migranten ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus in Verbindung gebracht und behauptet, diese würden Arbeit meiden und deutsche Regeln ignorieren. Zudem betonte er, die Bundesregierung setze auf Abschiebungen als Lösung. Meyer lehnte diesen Ansatz als absurd ab – es sei falsch, den Fokus auf die Herkunft von Menschen zu legen statt auf die eigentlichen Probleme.

Der Oberbürgermeister nannte eine Reihe von Missständen, die Städte belasten: Vermüllung, marode Infrastruktur, mangelhafte Beleuchtung und schwächelnde Einzelhandelsbranchen. Er räumte ein, dass einige Stadtteile unter schweren sozialen Problemen wie Obdachlosigkeit und psychischen Erkrankungen litten. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die schnelle erneute Vermüllung Reinigungsbemühungen oft zunichtemache.

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Als zentralen Faktor hob Meyer die finanzielle Überlastung der Kommunen hervor. Viele Städte verfügten schlicht nicht über die Mittel, um die Probleme zu bewältigen. Er forderte mehr finanzielle Unterstützung vonseiten des Bundes, damit lokale Behörden die Lebensbedingungen verbessern könnten. Merz' Erklärungsversuch entspreche nicht dem, was man von einem Kanzler erwarten dürfe, so Meyer.

Die Auseinandersetzung spiegelt eine grundsätzliche Debatte über den städtischen Verfall und dessen Finanzierung wider. Meyers Aussagen deuten darauf hin, dass Kommunalpolitiker praktische Hilfe statt politischer Schuldzuweisungen brauchen. Ohne zusätzliche Mittel könnten Städte wie Krefeld weiter mit sich verschärfenden Bedingungen kämpfen.

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