22 March 2026, 00:39

Jülich startet umstrittenen Atommüll-Transport nach jahrelangen Rechtskämpfen

Verlassenes Gebäudeinnere im Chernobyl-Ausschlussgebiet, das verstreute Trümmer, freiliegende Wände, Decke und bauliche Elemente wie Säulen und Rohre zeigt.

Jülich startet umstrittenen Atommüll-Transport nach jahrelangen Rechtskämpfen

Forschungszentrum Jülich bereitet Abtransport von Atommüll nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten vor

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Nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und Verzögerungen steht im Forschungszentrum Jülich der Abtransport des nuklearen Abfalls bevor. Die ersten Lieferungen radioaktiven Materials sollen bereits nächste Woche in Richtung des Zwischenlagers im nordrhein-westfälischen Ahaus aufbrechen. Währenddessen hat sich die Einrichtung selbst längst neu ausgerichtet: Der Fokus liegt nun auf der Quantencomputerforschung – die nukleare Vergangenheit rückt in den Hintergrund.

Der Versuchsreaktor in Jülich wurde zwar bereits 1988 abgeschaltet, doch die Altlasten wirken bis heute nach. Seit über einem Jahrzehnt wehrt sich das Zentrum gegen eine dauerhafte Lagerung des Mülls vor Ort, während politische und rechtliche Streitigkeiten seit 2013 die Planung lähmten. Selbst das Zwischenlager in Ahaus betrieb zeitweise ohne gültige Genehmigung.

Insgesamt 152 Castor-Behälter mit Atommüll sollen in mehr als 50 separaten Transporten abgebracht werden. Doch die Genehmigung für das Lager in Ahaus läuft 2036 aus – eine langfristige Lösung bleibt damit weiter offen. Deutschland verfügt noch immer über kein Endlager; frühestens in den 2070er-Jahren wird mit einer solchen Lösung gerechnet.

Vor Ort regt sich massiver Widerstand: Die Stadt Ahaus und Anti-Atomkraft-Initiativen versuchten vergeblich, die Transporte gerichtlich zu stoppen. Unklar ist zudem, wie viele der geplanten Behälter bereits offiziell freigegeben wurden. Frühere Berichte nennen bis zu 21 Castoren aus dem Münchner Forschungsreaktor FRM II, die dort eingelagert werden dürfen.

Trotz dieser Herausforderungen wird in Deutschland erneut über die Nutzung der Kernenergie diskutiert. Das ungelöste Problem des Atommülls jedoch bleibt bestehen.

Mit dem Beginn der ersten Abtransporte startet nun eine neue Phase im Ausstieg des Forschungszentrums Jülich aus der Nuklearforschung. Da ein Endlager in weiter Ferne liegt, bleibt die Lösung in Ahaus vorläufig. Die Debatte über die nukleare Zukunft Deutschlands geht indes weiter – während das Land gleichzeitig mit den Folgen seiner atomaren Vergangenheit ringt.

Quelle