14 March 2026, 14:31

Ist Soulsängerin Sienna Rose nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf Nachrichten über ein Regierungsgesetz zur Verbots des Internets.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Ist Soulsängerin Sienna Rose nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Die Soulsängerin Sienna Rose steht im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Rätsels. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify stellen sich viele die Frage: Gibt es sie überhaupt? Internet-Rechercheure und Medienberichte deuten darauf hin, dass es sich bei ihr nicht um eine echte Künstlerin handeln könnte, sondern um eine KI-Erfindung.

Ihr rasanter Aufstieg, das Fehlen von Live-Auftritten und die spärliche Aktivität in den sozialen Medien schüren die Zweifel. Gleichzeitig generiert ihre Musik wöchentlich Tausende Euro an Streaming-Einnahmen.

Auf ihrem Spotify-Profil präsentiert sich Sienna Rose als junge Frau mit Afro-Look und tiefbraunen Augen. Ihre Biografie beschreibt ihre Lieder als zutiefst persönlich, voller Geschichten und Emotionen. Doch die Indizien deuten auf eine andere Wahrheit hin.

Eine Untersuchung des Bayerischen Rundfunks verfolgte ihre Spuren bis zu einer russischen IP-Adresse. Sie brachten sie mit dem Label Nostalgic Records in Verbindung, das für KI-generierte Acts bekannt ist, sowie mit dem Produzenten Maksim Muravjov. Dieser steht in Verbindung mit einem KI-Spezialisten, der bereits mehrere virtuelle Popstars erschaffen hat.

Frühere Abbildungen von Sienna Rose zeigten eine rothaarige Frau – doch diese Version verschwand aus den sozialen Medien, nachdem Fragen aufkamen. Die Afro-tragende Variante bleibt auf Spotify aktiv, wo ihre Titel schätzungsweise 2.000 Euro pro Woche einbringen – rund eine Million Euro im Jahr.

Die Debatte erhielt neuen Auftrieb, als Selena Gomez in einem Instagram-Post einen Song von Sienna Rose verwendete. Der Clip ging viral, doch viele spotteten über die angebliche mangelnde Authentizität der Sängerin. Auch der YouTuber Rick Beato warf Spotify vor, KI-Musik aus Profitinteresse zu fördern, und verwies auf Millionen täglicher Uploads und von Bots generierte Streams.

Trotz der Kontroverse hat Spotify öffentlich nicht erklärt, wie es mit rein KI-generierten Künstlern umgeht. Die Plattformregeln konzentrieren sich auf Empfehlungsalgorithmen und Personalisierung, nicht auf die Inhaltsmoderation synthetischer Musik.

Der Fall Sienna Rose wirft grundsätzliche Fragen zum Einsatz von KI in der Musikbranche auf. Er zeigt, wie virtuelle Künstler riesige Fangemeinden aufbauen und beträchtliche Einnahmen erzielen können – ohne klare Transparenz. Vorerst bleiben ihre Songs auf den Streaming-Plattformen verfügbar, und die Frage nach ihrer wahren Identität unbeantwortet.

Quelle