24 March 2026, 22:36

Großprozess gegen Betreiber eines Datei-Hosting-Dienstes wegen massiver Urheberrechtsverletzungen

Zwei Polizeibeamte stehen vor einem großen Gebäude mit Text, umgeben von Menschen, Fahrzeugen und anderen Gegenständen unter einem sichtbaren Himmel in einer städtischen Umgebung.

Illegaler Vertrieb von Filmen und Serien: Zwei Jahre auf Bewährung in Aachen - Großprozess gegen Betreiber eines Datei-Hosting-Dienstes wegen massiver Urheberrechtsverletzungen

Ein 59-jähriger Betreiber eines großen Datei-Hosting-Dienstes musste sich in Deutschland wegen der Ermöglichung von Urheberrechtsverletzungen in großem Stil vor Gericht verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine Plattform, über die Nutzer zwischen 2014 und 2019 mehr als 30.000 geschützte Filme und Serien hochladen und teilen konnten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dienst vor, während seines Betriebs Erlöse von über 64 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben.

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Der Angeklagte führte den Hosting-Dienst seit 2008 und bot Speicherkapazitäten an, die zeitweise bis zu 20 Millionen Gigabyte umfassten. Den Behörden zufolge wurden über die Plattform zwischen Oktober 2014 und Oktober 2019 tausende urheberrechtlich geschützte Werke ohne Genehmigung verbreitet. Der Prozess ist Teil einer verschärften Rechtsdurchsetzung in Deutschland, die durch die EU-Urheberrechtsrichtlinie von 2021 vorangetrieben wurde und den Druck auf illegale Streaming-Anbieter erhöht hat.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine zweijährige Bewährungsstrafe und argumentierte, der Betreiber habe massiv von der illegalen Verbreitung profitiert. Die Verteidigung plädierte hingegen für eine kürzere Strafe von einem Jahr und elf Monaten. Ein Urteil wurde gefällt, bleibt jedoch bis zum Abschluss möglicher Berufungsverfahren vorläufig.

Der Fall ist Teil einer umfassenden Offensive gegen Piraterie in Deutschland. Zu den jüngsten prominenten Maßnahmen zählt die Razzia gegen Kinox.to im Oktober 2024, die zu Festnahmen in der Türkei und der Beschlagnahmung von Servern führte. Rechteinhaber wie die Motion Picture Association haben zudem seit 2023 ihre juristischen Schritte intensiviert, massenhaft Abmahnungen verschickt und Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe gestellt.

Die Gerichtsentscheidung unterstreicht den anhaltenden Rechtsstreit gegen Online-Piraterie in Deutschland. Mit strengeren Gesetzen und verschärften Kontrollen geraten Plattformen, die unautorisierte Veröffentlichungen ermöglichen, zunehmend unter Druck. Das endgültige Urteil in diesem Verfahren könnte weitere Präzedenzfälle für ähnliche Strafverfolgungen schaffen.

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