Gottesdienst im Oktoberfest-Zelt: Glaube trifft auf Bierbank-Atmosphäre
Samira StriebitzGottesdienst im Oktoberfest-Zelt: Glaube trifft auf Bierbank-Atmosphäre
Jedes Jahr findet inmitten des Münchner Oktoberfests ein ganz besonderer Gottesdienst statt. Statt auf einem traditionellen Dorfplatz oder in einer festen Kirche versammeln sich die Gläubigen im Marstall-Zelt. Diese ungewöhnliche Kulisse bietet einen seltenen Einblick, wie der Glaube sich dem lebhaften Treiben eines Bierfests anpasst.
Der Gottesdienst beginnt mit einer kleinen Gruppe von sechs Männern, die Wein aus einem goldenen Kelch teilen. Während die Menge steht, stimmen sie Lobt den Herrn an, ihre Stimmen füllen das Zelt. Einer der Männer spricht daraufhin ein Gebet und sagt die Worte: Und führe uns nicht in Versuchung.
Solche Kirchweihgottesdienste, auch Schaustellergottesdienste genannt, sind in Deutschland keine Seltenheit. Zwar gibt es keine genaue Statistik, doch Pfarrer Sascha Ellinghaus schätzt, dass jährlich zwischen 20 und 25 dieser besonderen Andachten stattfinden. Manche werden in Zelten abgehalten, andere in Fahrgeschäften wie dem Autoscooter. Städte wie Recklinghausen, Köln, Aachen und Rosenheim veranstalten ähnliche Gottesdienste – der auf dem Münchner Oktoberfest zählt dabei zu den bekanntesten.
Die Andacht im Marstall-Zelt verbindet Tradition mit der Festtagsstimmung. Sie bietet den Besuchern einen Moment der Besinnung mitten im Trubel. Auch wenn sie ungewöhnlich sind, ziehen diese Versammlungen weiterhin Gläubige an den unerwartetsten Orten Deutschlands an.






