13 March 2026, 22:40

Franz Josef Wagner – der unnachahmliche Bild-Kolumnist ist tot

Ein Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes auf der Titelseite einer deutschen Zeitung, mit Text, der direkt in die Kamera schaut.

Franz Josef Wagner – der unnachahmliche Bild-Kolumnist ist tot

Franz Josef Wagner, der beliebte Bild-Kolumnist, der mit seinen skurrilen Briefen an alles – von Wetterfronten bis zu Heiligen – bekannt wurde, ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Sein letzter Beitrag erschien nur wenige Wochen vor seinem Tod und markiert damit das Ende einer 21-jährigen Tradition, die Lesern Lachen, Tränen und eine Prise Überraschung brachte.

Geboren 1943 im heutigen Tschechien, wuchs Wagner in Regensburg auf und sang im berühmten Domspatzen-Chor. Nach dem nicht bestandenen Abitur wandte er sich dem Journalismus zu und stieg 1966 beim Verlagshaus Axel Springer ein. Obwohl er in der Redaktion aufstieg, verhinderte sein ungeschminkter Stil oft höhere Positionen – trotz seiner Tätigkeit als Ghostwriter für prominente Persönlichkeiten.

Von 2001 bis 2022 verfasste Wagner kurze, ungezeichnete Briefe an das Absurde und Alltägliche: Karnevalswagen, Prominente, sogar das Wetter. Jeder endete mit seinem markanten Gruß: "Ihr Franz Josef Wagner". Seine Kolumnen, frei von politischer oder ideologischer Färbung, wurden zu einer eigenwilligen Konstante des deutschen Boulevard-Journalismus.

Als überzeugter Katholik glaubte er, dass Wunder allein Gott vorbehalten seien. Seine letzte Kolumne, veröffentlicht am 7. September 2022, war ein Brief an Carlo Acutis, einen neu heiliggesprochenen Heiligen. Wagners Tod am 7. Oktober schließt ein Kapitel für die Bild und ihre Leser, die Freude an seinen verspielt-berührenden Beobachtungen fanden.

Sein Ableben folgt auf den Tod von Alfred Hilsberg, des Hamburger Underground-Impresarios, der mit 77 Jahren starb. Hilsberg, bekannt für seine unkonventionellen Ansichten, lehnte einst Bier und Haschisch zugunsten der Bild ab – sie sei das einzige wahre "bewusstseinserweiternde Rauschmittel".

Wagner hinterlässt ein Erbe aus Witz und Wärme; seine Kolumnen waren ein seltener gemeinsamer Bezugspunkt in einer oft gespaltenen Medienlandschaft. Seine Briefe, obwohl unbeantwortet, regten Gespräche und Emotionen an und sorgen dafür, dass seine Stimme noch lange nach seinem letzten Gruß nachhallt.

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