Deutschlands Brauereien kämpfen ums Überleben – doch zwei zeigen, wie es geht
Torsten BenderDeutschlands Brauereien kämpfen ums Überleben – doch zwei zeigen, wie es geht
Deutschlands Bierbranche erlebt 2025 einen drastischen Einbruch: Die Umsätze brachen um sechs Prozent ein – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Viele Brauereien kämpfen ums Überleben, da sich die Trinkgewohnheiten der Verbraucher wandeln. Einige Betriebe jedoch passen sich an, indem sie ihr Sortiment um alkoholfreies Bier und Erfrischungsgetränke erweitern.
Der massive Absatzrückgang zwingt die Brauereien zum Umdenken. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre Brauerei, warnt vor einer zunehmenden Insolvenzwelle in der Branche. Um zu überleben, setzt sein Betrieb auf regionale Identität: Durch den Besuch von Messen und den Verkauf von Merchandise-Artikeln mit eigenem Logo stärkt die Brauerei die lokale Verbundenheit.
Die Bielefelder Braumanufaktur, erst vor vier Jahren gegründet, geht einen anderen Weg. Gründer Mike Cacic bezeichnet sein Unternehmen mittlerweile nicht mehr als reine Brauerei, sondern als Getränkehersteller. Das Unternehmen hat sein Angebot um Limonaden und alkoholfreies Bier erweitert – eine Sparte, die Cacic langfristig zum Umsatzträger Nummer eins werden sieht.
Beide Brauereien setzen verstärkt auf die Produktion von alkoholfreiem Bier und reagieren damit auf einen wachsenden Trend. Immer mehr Verbraucher greifen zu alkoholfreien Alternativen, getrieben von einem gesundheitsbewussteren Lebensstil. Während die Barre Brauerei auf Unabhängigkeit und lokale Verwurzelung pocht, sieht die Bielefelder Braumanufaktur in der Diversifizierung den Schlüssel zum Überleben.
Der schwindende Biermarkt zwingt die Branche zu Innovation – oder sie riskiert das Aus. Wer auf alkoholfreie Getränke und regionale Kundenbindung setzt, findet neue Wege, um sich über Wasser zu halten. Die Zukunft der Brauereien könnte davon abhängen, wie gut es ihnen gelingt, sich an die veränderten Vorlieben der Verbraucher anzupassen.
Veltins trotzt Bierkrise mit Wachstum bei alkoholfreien Bieren
Während die deutsche Bierindustrie in eine Krise gerät, hat die Brauerei Veltins 2025 gegen den Trend angekämpft. Das NRW-basierte Unternehmen meldete einen Anstieg der Produktion um 0,3 % auf 3,37 Millionen hl und eine Umsatzsteigerung um 0,4 % auf 461 Millionen Euro. Alkoholfreie Produkte legten um 10,4 % zu, während die Marke Pülleken um 13,6 % stieg. Die Verkäufe von Kern-Pils fielen um 1,8 %, aber die diversifizierten Angebote kompensierten die Rückgänge. Veltins plant, 2026 eine alkoholfreie Variante von Pülleken auf den Markt zu bringen.






