Bayer muss 185 Millionen Dollar wegen PCB-Belastung an Schule zahlen
Ingrid LöwerBayer muss 185 Millionen Dollar wegen PCB-Belastung an Schule zahlen
Der Pharmakonzern Bayer wurde vom Obersten Gerichtshof des Bundesstaates Washington zur Zahlung von 185 Millionen US-Dollar Schadensersatz wegen PCB-Belastung an einer Schule in Monroe, Washington, verurteilt. Das Urteil fällt zu einer Zeit, in der das Unternehmen noch mit acht laufenden Berufungsverfahren und einem separaten Fall mit über 200 Klägern konfrontiert ist.
Unterdessen verklagt Monsanto – mittlerweile im Besitz von Bayer – ehemalige PCB-Kunden im Bundesstaat Missouri und verlangt von ihnen, sich an den anfallenden Prozesskosten für die toxischen Folgen des Chemikalieneinsatzes zu beteiligen.
Im Mittelpunkt des Falls steht die PCB-Verseuchung an der Schule in Monroe, wo die Belastung angeblich zu gesundheitlichen Problemen geführt hat. Das Gericht bestätigte die Schadensersatzforderung, ohne ein konkretes Datum für die Urteilsbegründung zu nennen, und wies dabei Bayers Einwände zurück. Drei Richter stimmten in einer Minderheitsmeinung gegen das Urteil und argumentierten, es diskriminiere außerstaatliche Unternehmen unfair.
Bayer hat die meisten PCB-bezogenen Klagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geregelt, bleibt jedoch in rechtliche Auseinandersetzungen verstrickt. Neben dem sogenannten Erickson-Fall sind noch acht weitere Berufungen im Zusammenhang mit derselben Schule anhängig. Das Unternehmen prüft nun weitere rechtliche Schritte, um gegen das Urteil vorzugehen.
Die PCB-Belastung reicht Jahrzehnte zurück, lange bevor Bayer Monsanto übernahm, den ursprünglichen Hersteller der Chemikalie. Dennoch sind die finanziellen Belastungen spürbar: Die Aktienperformance von Bayer gibt Anlass zur Sorge bei den Aktionären, die dringendes Handeln fordern.
In Missouri geht Monsanto einen anderen Weg. Das Unternehmen verklagt ehemalige PCB-Abnehmer und verlangt von ihnen Beiträge zu den steigenden Prozesskosten.
Die Schadensersatzzahlung in Höhe von 185 Millionen Dollar stellt einen herben Rückschlag für Bayer dar, das weiterhin mit ungelösten Klagen konfrontiert ist. Mit acht anhängigen Berufungsverfahren und dem noch aktiven Erickson-Fall zeigen sich die rechtlichen und finanziellen Belastungen des Konzerns ungebrochen. Die Situation unterstreicht zudem die anhaltenden Streitigkeiten über die Haftung für PCB-bedingte Schäden – selbst Jahre nach dem Produktionsstopp.






