Wohnungsbau in Willich: Warum 200 neue Wohnungen für Zündstoff sorgen
Ingrid LöwerWohnungsbau in Willich: Warum 200 neue Wohnungen für Zündstoff sorgen
Willich steht vor Wohnungsnot – Großprojekt in Moltkedorf sorgt für Streit
In Willich herrscht Wohnungsmangel, und die Stadtplaner haben ein großes Wohnbauvorhaben im Stadtteil Moltkedorf vorgeschlagen. Das 2,9 Hektar große Gelände, das einst als Flüchtlingsunterkunft diente, soll Platz für 200 neue Wohnungen bieten. Doch Anwohner lehnen das Projekt wegen seiner Größe und der ökologischen Folgen vehement ab.
Über 150 Menschen haben eine gemeinsame Erklärung gegen die aktuellen Pläne unterzeichnet. Sie fürchten mehr Verkehr, den Verlust von Grünflächen und eine zu hohe Bebauungsdichte. Die Stadt betont zwar, dass Grünzonen und bessere Verkehrsanbindungen vorgesehen seien, doch der Widerstand wächst weiter.
Das Areal in Moltkedorf war ursprünglich als Freifläche und Erholungsgebiet ausgewiesen. Nach der Schließung der Flüchtlingsunterkunft Ende 2026 trieb die Stadt die Pläne für 200 Wohneinheiten voran – darunter Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser in einer hoffartigen Anlage mit Innenhöfen und Grünflächen.
Der Zugang zum Neubaugebiet soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahn-Kreislaufsystem vorgesehen ist. Parkplätze gibt es als Stellplätze, Garagen und eine Tiefgarage. Zudem sind Rad- und Fußwege geplant, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden und so ein gesünderes Wohnumfeld fördern sollen.
Die Anwohner argumentieren jedoch, dass das Projekt die lokale Tierwelt und Grünflächen bedroht. Besonders erhalten wollen sie den Grünstreifen an der Moltkestraße 31–35, der als natürliche Barriere dient. Weitere Bedenken gelten Staus, Lärm und der Höhe der geplanten Gebäude in der Nähe von Kleingärten. Zwar lehnen sie neuen Wohnraum nicht grundsätzlich ab, schlagen aber vor, das Projekt stattdessen auf brachliegende Industrieflächen zu verlegen.
In der gemeinsamen Erklärung, die bis März 2026 von 156 Anwohnern unterzeichnet wurde, werden Alternativen wie die Aufwertung bestehender Grünflächen vorgeschlagen. Mit wachsendem Widerstand rechnet man mit weiteren Unterschriften. Die Stadt hat auf die jüngsten Kritikpunkte noch nicht reagiert, doch die Debatte um die Zukunft Moltkedorfs geht weiter.
Das Bauvorhaben bleibt umstritten: Während die Anwohner auf Änderungen drängen, um Grünflächen zu schützen und Verkehrsprobleme zu verringern, ist der Wohnungsbedarf der Stadt unbestritten. Doch die aktuelle Planung stößt auf massiven Widerstand.
Falls genehmigt, würde das Projekt 200 neue Wohnungen nach Willich bringen. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch davon ab, ob die Planer die Bedenken der Anwohner ausräumen können.






