27 March 2026, 14:39

Wie Misstrauensgemeinschaften die Demokratie gefährden und Populisten stärken

Gruppe von Menschen mit einem Banner "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Geb├Ąude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Wie Misstrauensgemeinschaften die Demokratie gefährden und Populisten stärken

Misstrauensgemeinschaften: Wie Institutionenvertrauen die Politik verändert

Eine neue Studie des Soziologen Aladin El-Mafaalani untersucht, warum das wachsende Misstrauen gegenüber Institutionen die politische Landschaft umgestaltet. In seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Staat, Gerichten, Wissenschaft und Medien den Aufstieg des Rechtspopulismus befeuert – von Bewegungen wie der AfD bis hin zu Figuren wie Donald Trump.

El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, argumentiert, dass misstrauische Menschen heute nicht mehr isoliert bleiben. Durch digitale Medien vernetzen sie sich und bilden geschlossene Gruppen – sogenannte "Misstrauensgemeinschaften". Diese Netzwerke verstärken die gemeinsame Skepsis und führen dazu, dass ihre Mitglieder einander eher vertrauen als traditionellen Institutionen.

Der rasante Aufstieg der AfD spiegelt diesen Wandel wider. Bei der Bundestagswahl 2025 verdoppelte die Partei ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 und gewann rund 10,3 Millionen Wähler. Ihre Strategie entwickelte sich von Angriffen auf Gegner hin zu einer Fokussierung auf wirtschaftliche Ängste und mögliche Nachteile der eigenen Regierungsarbeit. Doch El-Mafaalani warnt: Allein die Bloßstellung der Inkompetenz der AfD werde bei ihren Anhängern kein Vertrauen in die Demokratie zurückbringen.

Seine Analyse zeigt, wie populistische Strategen gezielt das Vertrauen in etablierte Systeme untergraben. Während das Vertrauen in Medien, Wissenschaft und Justiz schwindet, wenden sich diese "Misstrauensgemeinschaften" Parteien wie der AfD zu – deren Kernideologie die liberale Demokratie ablehnt. Das Buch schlägt alternative Ansätze vor, um dem Rechtspopulismus entgegenzuwirken, und kritisiert, dass aktuelle Strategien oft die eigentlichen Ursachen der Entfremdung ignorieren.

El-Mafaalani verdeutlicht damit einen grundlegenden Wandel im politischen Engagement: Misstrauen, einst verstreut, organisiert sich heute über digitale Netzwerke und stärkt demokratiefeindliche Bewegungen. Die Erkenntnisse unterstreichen die Dringlichkeit neuer Konzepte, um das Vertrauen in Institutionen wiederherzustellen – sonst droht eine weitere Polarisierung.

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