19 April 2026, 06:31

Wie Dresdner Künstler in den 1970ern die Kunstszene revolutionierten

Schwarz-weißes Architekturzeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einer prominenten Treppe, betitelt 'Dienstgefände', auf weißem Papier mit handgeschriebener Text.

Wie Dresdner Künstler in den 1970ern die Kunstszene revolutionierten

In den 1970er-Jahren prägte eine Gruppe von Künstlern in Dresden mit mutigen Experimenten und gemeinsamer Arbeit die kulturelle Landschaft der Stadt. Zu ihnen zählten Eberhard Göschel, Peter Herrmann und A.R. Penck – Persönlichkeiten, die Druckkunst, Theorie und Ausstellungspraxis in einer Zeit des künstlerischen Umbruchs verbanden. Ihr Wirken führte zur Gründung der Dresdner Obergrabenpresse, einem Ort, der Kunst, Verlagswesen und öffentliche Teilhabe vereinte.

Den Anfang machte Penck 1971 mit der Mitgründung der Künstlergruppe Lücke. Obwohl sich das Kollektiv 1976 auflöste, blieb sein Einfluss spürbar. Parallel entwickelte Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund weiter – ein Konzept, das den Wandel von geheimen zu öffentlich sichtbaren Kunstformen widerspiegelte.

Peter Herrmann spielte eine zentrale Rolle, indem er eine italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908 erwarb. Die Maschine, von Bernhard Theilmann restauriert, wurde zum Herzstück ihrer Arbeit. Gleichzeitig suchte der Drucker Jochen Lorenz nach anspruchsvolleren Projekten als dem üblichen Druck von Fahrplänen. Seine Fähigkeiten passten bald perfekt zur Vision der Künstler.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

1976 schlossen sich Göschel und Herrmann der Arbeitsgruppe im Leonhardi-Museum an, einem wichtigen Ort für experimentelle Kunst. Zwei Jahre später bezog Göschel ein größeres Atelier und gab damit eine Dreizimmerwohnung frei. Dieser Raum wurde zum Experimentierfeld für neue Ideen – und schließlich entstand die Dresdner Obergrabenpresse: eine Kombination aus Künstlervereinigung, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie.

Die Obergrabenpresse war ein Produkt gemeinsamer Ambitionen und Erfindungsgabe. Sie verband drucktechnisches Know-how, künstlerische Theorie und Ausstellungsflächen unter einem Dach. Das Projekt hinterließ bleibende Spuren in der Dresdner Kunstszene und bewies, wie Kollaboration aus begrenzten Mitteln kulturelle Innovation schaffen kann.

Quelle