Vonovia baut Kasernen für die Bundeswehr – und will Wohnungsnot lindern
Samira StriebitzVonovia baut Kasernen für die Bundeswehr – und will Wohnungsnot lindern
Deutschland treibt den Ausbau seiner Streitkräfte voran – und kämpft gleichzeitig mit einem Wohnungsmangel. Die Bundeswehr will ihre Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten in den kommenden Jahren auf mindestens 260.000 erhöhen. Parallel hat die Bundesregierung eine „Wohnungs-Turbo“-Initiative gestartet, um den Wohnungsbau im ganzen Land zu beschleunigen.
Um beide Vorhaben zu unterstützen, bringt sich Vonovia, Deutschlands größter Wohnungsanbieter, mit Plänen für den Bau und die Bewirtschaftung neuer Militärunterkünfte ein. Das Unternehmen hat angeboten, Wohnraum für Bundeswehrangehörige zu errichten und zu betreiben. Vonovia geht davon aus, dass attraktivere Lebensbedingungen militärische Laufbahnen interessanter machen könnten. Dies folgt auf frühere Vereinbarungen, bei denen das Unternehmen Bundesimmobilien übernahm – darunter auch ehemalige Bundeswehrstandorte.
Allein im Jahr 2023 plant das Unternehmen den Bau von 3.000 neuen Wohnungen und verfügt über Grundstücksreserven für bis zu 70.000 weitere. Doch die hohen Baukosten bleiben eine Hürde: Aktuell liegen die Kosten für Neubauten bei über 5.000 Euro pro Quadratmeter – für bezahlbare Mieten müssten sie unter 3.500 Euro sinken.
Die Rahmenbedingungen in der Immobilienbranche verbessern sich jedoch, was die Ausgaben möglicherweise drücken könnte. Vonovias Erfahrung mit großangelegten Wohnprojekten prädestiniert das Unternehmen für die Errichtung von Militärunterkünften. Es zeigt sich sogar offen dafür, Kasernen zu bauen und zu betreiben, und unterstützt so die Expansionspläne der Bundeswehr.
Mit der „Wohnungs-Turbo“-Initiative will die Bundesregierung Bürokratie abbauen und den Wohnungsbau beschleunigen. Angesichts der steigenden Nachfrage könnten Partnerschaften wie diese die Belastung für Militär und Wohnungsmarkt verringern. Vonovias Engagement könnte der Bundeswehr helfen, ihre Rekrutierungsziele zu erreichen, indem es bessere Wohnoptionen bietet. Die Pläne des Unternehmens passen zudem zu den übergeordneten Bemühungen, das Wohnungsangebot in Deutschland zu erhöhen. Sollten die Baukosten wie erhofft sinken, könnte das Projekt zum Vorbild für künftige öffentlich-private Partnerschaften in den Bereichen Verteidigung und Immobilien werden.






