24 April 2026, 12:36

SPD-Politiker Maelzer zerpflückt NRW-Kita-Reform als "Dauerbaustelle" mit Zwei-Klassen-Risiko

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, das den Text 'Investing in Communities: Größte Investition in ländliche Elektrizität seit dem New Deal' zeigt.

SPD-Politiker Maelzer zerpflückt NRW-Kita-Reform als "Dauerbaustelle" mit Zwei-Klassen-Risiko

Dennis Maelzer, der familienpolitische Sprecher der SPD, hat die jüngste Reform des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) in Nordrhein-Westfalen scharf kritisiert. Er bezeichnete die Politik als eine "Dauerbaustelle" und verwies auf die ständigen Änderungen seit der Einführung des Gesetzes im Jahr 2008. Seine Bedenken äußerte er bei einer aktuellen Pressekonferenz sowie in einem Interview mit dem Westblick-Programm von WDR 5 am 22. Oktober 2025.

Hauptkritikpunkt Maelzers ist das sogenannte "Kernzeitenmodell" der Kibiz-Reform. Dieses sieht vor, dass nicht pädagogisch qualifiziertes Personal Kinder außerhalb der regulären Betreuungszeiten beaufsichtigen darf. Er warnte, dass solche Maßnahmen ein "Zwei-Klassen-System" begünstigen könnten, bei dem die Qualität der Kinderbetreuung davon abhängt, wie viel eine Kommune investiert.

Der SPD-Abgeordnete forderte zudem dringend Nachbesserungen bei der Finanzierung. Er verlangte eine sofortige Erhöhung der Fördermittel für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern und wies darauf hin, dass die Sätze seit fünf Jahren nicht mehr angepasst wurden. Zudem schlug er vor, staatliche Zuschüsse, die derzeit für die Verlängerung der Betreuungszeiten verwendet werden, stattdessen in die bessere Qualifizierung des Personals umzulenken.

Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) eine Zuweisung von 10 Milliarden Euro für das Land aus dem Bundesinfrastrukturfonds bekanntgaben. Die Hälfte dieser Summe ist für den Bildungsbereich vorgesehen, darunter Schulen, Kitas und Ganztagsangebote. Maelzer bezeichnete die Mittel jedoch als unzureichend und argumentierte, sie deckten bei Weitem nicht den tatsächlichen Bedarf.

Maelzers Warnungen unterstreichen die anhaltenden Sorgen um Personal und Finanzierung im nordrhein-westfälischen Betreuungssystem. Die Debatte folgt auf die jüngsten Finanzzusagen der Landesregierung, wobei die Forderung nach gezielteren Investitionen in die Ausbildung von Fachkräften laut wird. Das Thema bleibt ein zentraler Streitpunkt in der Diskussion um Bildungsreformen in der Region.

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