22 March 2026, 20:43

Sechs Pioniere kämpfen um den Innovationspreis für CO₂-Nutzung 2026

Eine Liniengraphik, die die CO2-Emissionen in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Sechs Pioniere kämpfen um den Innovationspreis für CO₂-Nutzung 2026

Sechs Unternehmen stehen auf der Shortlist für den Innovationspreis "Beste CO₂-Nutzung 2026", eine Auszeichnung für bahnbrechende Technologien, die Kohlendioxid in nützliche Materialien verwandeln. Vergeben vom nova-Institut, CO₂ Value Europe und gesponsert von Yncoris, würdigt der Preis Lösungen, die Emissionen reduzieren und gleichzeitig industriellen Mehrwert schaffen. Die nominierten Firmen kommen aus Kanada, den USA, Frankreich und Deutschland und präsentieren jeweils unterschiedliche Ansätze zur CO₂-Umwandlung.

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Die Finalisten decken ein breites Anwendungsspektrum ab. CERT Systems (Kanada) wandelt atmosphärisches CO₂ direkt in Ethylen um – einen zentralen Baustein für Kunststoffe und Kraftstoffe – und nutzt dafür sein "Air-to-Chemicals"-Verfahren. Die Methode ermöglicht die Herstellung von klimafreundlichem nachhaltigem Flugkraftstoff ohne fossile Rohstoffe.

Aerleum (Frankreich) verfolgt einen ähnlichen Direktansatz, konzentriert sich jedoch auf E-Methanol, einen sauberen Brennstoff für Schifffahrt, Luftfahrt und chemische Produktion. Die Technologie des Unternehmens verwandelt CO₂ aus der Luft oder industriellen Quellen in hochreines Methanol und bietet so eine flexible Alternative zur herkömmlichen, fossilen Herstellung.

Aus Deutschland stammt ICODOS, das ein System entwickelt hat, das den Energieverbrauch bei der E-Methanol-Produktion um über 70 Prozent senkt. Durch die Kombination von CO₂-Abscheidung und Synthese erreicht der Prozess eine CO₂-Nutzungsrate von mehr als 95 Prozent und zählt damit zu den effizientesten verfügbaren Methoden. Ebenfalls aus Deutschland kommt CYNio, das sich auf Isocyanate spezialisiert hat – chemische Verbindungen, die für Klebstoffe, Beschichtungen und Pharmazeutika unverzichtbar sind. Ihr CO₂-basiertes Verfahren bietet einen nachhaltigen Weg zu diesen Stoffen, die in Europa derzeit nur schwer verfügbar sind.

Auf der anderen Seite des Atlantiks setzt OCOchem (USA) auf Elektrokatalyse, um abgetrenntes CO₂ und Wasser in Ameisensäure oder Kaliumformiat umzuwandeln. Der "Carbon FluX Electrolyzer CFX 400" produziert jährlich 60 Metriertonnen mit einer Effizienz von 85 Prozent und demonstriert so die Skalierbarkeit der elektrochemischen CO₂-Umwandlung.

Die nominierten Technologien bauen auf früheren Erfolgen des Preises auf, der bereits Innovationen wie CO₂-basierte Polyurethane, Kohlenstoffnanoröhren und Batteriematerialien auszeichnete. Die diesjährigen Finalisten werden ihre Arbeiten auf der "CO₂-Based Fuels and Chemicals Conference 2026" präsentieren, die vom 28. bis 29. April in Köln und online stattfindet.

Die sechs nominierten Unternehmen zeigen, wie CO₂ fossile Rohstoffe in Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien ersetzen kann. Ihre Technologien reichen von der direkten Luftabscheidung bis zur elektrochemischen Umwandlung und decken unterschiedliche industrielle Bedürfnisse ab. Der Gewinner wird auf der nächsten Konferenz bekannt gegeben, wo Experten auch die neuesten Fortschritte in der CO₂-Nutzung diskutieren werden.

Quelle