Schalke 04 zwischen sportlicher Krise und internen Machtkämpfen
Schalke 04 steckt in der Krise – sowohl auf als auch neben dem Platz. Der Verein kämpft nicht nur mit einer aktuellen Siegesserie, sondern auch mit internen Konflikten, darunter ein heftiger Streit zwischen Cheftrainer Miron Muslic und U19-Trainer Norbert Elgert. Gleichzeitig verschärfen Fanproteste gegen den früheren Präsident VfL Bochum's Clemens Tönnies die angespannte Stimmung im Club weiter.
Die Probleme begannen mit einer Auseinandersetzung um den 18-jährigen Mika Wallentowitz, der ohne Einsatzzeit auf der Bank blieb. Elgert kritisierte die Entscheidung, den jungen Spieler in einem U19-Spiel nicht aufzustellen, sondern stattdessen Ersatzspieler trainieren zu lassen. Der Streit eskalierte zu einer direkten Konfrontation zwischen Elgert und Muslic, gefolgt von einem Klärungsgespräch zwischen Elgert und Sportdirektor Frank Baumann – ohne dass Muslic anwesend war.
Sportlich hat Schalke nach einem starken Start in die 2. Bundesliga-Saison 2025/26 deutlich an Fahrt verloren. Anfangserfolge, darunter ein Derby-Sieg gegen Bochum im August, wurden von einer fünf Spiele andauernden sieglosen Serie abgelöst. Niederlagen gegen Eintracht Braunschweig und den 1. FC Kaiserslautern sowie Unentschieden gegen Hertha BSC, Kaiserslautern, Bochum und Dresden ließen die Mannschaft von der Tabellenspitze abrutschen. Mittlerweile führt Nürnberg die Tabelle an, während Schalke defensiv schwächelt – allein im Januar kassierte das Team sechs Tore.
Abseits des Platzes fordert ein Bündnis aus ehemaligen Funktionären und Sponsoren rechtliche Schritte gegen die Ultra-Szene des Vereins. Die Gruppe hatte Tönnies mit beleidigenden Transparenten angegriffen, was zu Gegenprotesten führte. Schalke positionierte sich in einer Stellungnahme zwar für Meinungsfreiheit, rief aber zugleich zu Geschlossenheit und respektvollem Verhalten auf.
Neuzugänge wie Edin Džeko, der in seinen ersten drei Spielen drei Tore erzielte, oder die Mittelfeldspieler Dejan Ljubicic und Adil Aouchiche hatten die Offensive zunächst gestärkt. Doch defensive Schwächen und interne Querelen überschatten ihre Wirkung.
Schalke befindet sich nun in einer schwierigen Lage – sowohl in der Liga als auch im eigenen Verein. Um wieder Stabilität zu finden, muss der Club seine Abwehrprobleme lösen und die internen Konflikte beilegen. Mit Nürnberg an der Tabellenspitze wächst der Druck, die Saison noch zu wenden.
Schalke behält Ligaführung, aber Trainer Muslic kritisiert Abwehrlücke
Schalke 04 sicherte sich ein hart umkämpftes 1:1-Unentschieden gegen Greuther Fürth und behielt damit die Tabellenführung in der 2. Bundesliga. Trainer Miron Muslic zeigte sich jedoch nach dem Spiel unzufrieden und kritisierte die defensiven Fehler. Der Ausgleich fiel spät durch einen Fernschuss, doch Muslic blieb unzufrieden mit den Abwehrfehlern. "Wir können nicht aggressiver oder spritziger sein und trotzdem bei Standardsituationen Fehler machen", sagte er bei Sky. Das Ergebnis zeigt sowohl die Resilienz der Mannschaft als auch die anhaltenden taktischen Frustrationen.