25 June 2026, 04:24

RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer setzt sich durch?

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer setzt sich durch?

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden Kulturzentrums, steht auf dem Spiel. Im Mittelpunkt des Streits stehen die Kurth Group, der private Eigentümer, und der Berliner Senat, die sich über Umstrukturierungspläne und Räumungen uneinig sind.

Das RAW-Gelände blickt auf eine lange Geschichte zurück. Einst als Wartungsstätte für Reichsbahn-Züge genutzt, wurde es nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute beherbergt es Clubs, Bars, Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Märkte sowie Lagerhallen mit restaurierten Möbeln.

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Im Januar beantragte die Kurth Group eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten und begründete dies mit der Notwendigkeit, die Planung voranzutreiben. Das Unternehmen warf der Stadt Berlin zudem vor, frühere Absprachen gebrochen und neue Auflagen erhoben zu haben.

Senat und Bezirk konterten mit dem Vorwurf, die Kurth Group gefährde gezielt die Clubs und die vielfältige soziokulturelle Szene des Geländes. Kern des Konflikts ist die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen – und wie viele der historischen Hallen, in denen sich Kulturstätten befinden, erhalten bleiben.

Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsbescheide erhalten. Der Club Cassiopeia könnte bereits nächste Woche zwangsgeräumt werden. Als Reaktion demonstrierten Dutzende Menschen auf dem Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“.

Der Streit setzt die Rolle des RAW-Geländes als kulturellen Hotspot aufs Spiel. Die Räumungen und Umbaupläne drohen, den Charakter des Viertels grundlegend zu verändern. Die Entscheidung wird zeigen, ob der Ort weiterhin ein Raum für Clubs, Bars und Kulturveranstaltungen bleibt.

Quelle