NRW will Bundesregeln für schwimmende Solaranlagen lockern – warum die Zeit drängt
Ingrid LöwerNRW will Bundesregeln für schwimmende Solaranlagen lockern – warum die Zeit drängt
Nordrhein-Westfalen drängt auf Lockerung der Bundesregeln für schwimmende Solaranlagen
Das Land setzt sich für flexiblere Vorschriften ein, um den Ausbau großer Photovoltaik-Projekte auf Gewässern voranzutreiben. Die aktuellen Beschränkungen seien zu starr und bremsten das Potenzial der Technologie, argumentieren Behördenvertreter.
Bereits im Januar hatte der Erneuerbare-Energien-Landesverband Nordrhein-Westfalen dem Umweltminister des Landes, Oliver Krischer, entsprechende Vorschläge übermittelt. In den Unterlagen wird die bestehende Regelung als übermäßig restriktiv kritisiert. Die Vorgaben schränkten die Nutzung unnötig ein und brächten nicht immer ökologische Vorteile für Gewässer mit sich, heißt es darin.
Nach geltendem Bundesrecht dürfen schwimmende Solarmodule maximal 15 Prozent der Wasseroberfläche bedecken. Zudem gilt eine verpflichtende 40-Meter-Pufferzone zum Ufer. Diese pauschalen Grenzen verhinderten eine effiziente Nutzung geeigneter Standorte, moniert der Verband.
In einem Antrag fordert das Land nun, diese Schwellenwerte anzuheben und für bestimmte Gewässer Ausnahmen zuzulassen. Minister Krischer unterstützt den Vorstoß und verweist auf den Niederrhein als idealen Standort für großflächige schwimmende PV-Anlagen. Nordrhein-Westfalen betreibt bereits sechs solche Anlagen, darunter ein 5,6-Megawatt-Kraftwerk in Bislich.
Um die Änderungen umzusetzen, pocht das Land auf eine Novellierung von Paragraf 36 des Wasserhaushaltsgesetzes. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der der Marktpreis für Solarstrom im Oktober 2025 mit fast sieben Cent pro Kilowattstunde den dritthöchsten Wert in diesem Jahr erreichte.
Ziel der geplanten Anpassungen ist es, den Bau schwimmender Solarparks zu erleichtern. Bei einer Umsetzung könnten in Nordrhein-Westfalen künftig größere Projekte realisiert werden. Das Land erhofft sich dadurch einen Ausbau der erneuerbaren Energien – bei gleichzeitiger Wahrung ökologischer Standards.
