NRW setzt auf Videoüberwachung gegen Gewalt in Bussen und Bahnen
Öffentliche Verkehrsbetriebe in Nordrhein-Westfalen bauen Überwachung aus, um die Sicherheit zu erhöhen. Mehr Busse, Straßenbahnen und Züge sind inzwischen mit Kameras ausgestattet, während einige Mitarbeiter Körperkameras tragen. Der Schritt folgt einem Anstieg von Übergriffen und Bedrohungen in Regionalverkehrsmitteln im vergangenen Jahr.
In Düsseldorf sind nahezu alle Busse der Rheinbahn mit Kameras ausgerüstet. Auch etwa 70 Prozent der Straßen- und Stadtbahnen verfügen über die Technik. Unterdessen hat der Kölner Verkehrsbetrieb KVB nach einer erfolgreichen Testphase seine Flotte an Körperkameras auf 65 Geräte aufgestockt. Die Kameras hätten bereits dazu beigetragen, Konflikte zu entschärfen und Angriffe auf Personal und Fahrgäste zu verringern.
Landweit sind in NRW bereits rund 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge mit Videoüberwachung ausgestattet. Ein Landesprogramm zur Installation von Kameras an 100 Bahnhöfen steht kurz vor dem Abschluss – die letzten drei Standorte sollen bis Jahresende fertiggestellt werden. In Aachen überwachen neue Busse nun den gesamten Innenraum und nicht mehr nur die Einstiegsbereiche.
Trotz dieser Maßnahmen nehmen körperliche Angriffe und Bedrohungen zu. Die Zahl der tätlichen Übergriffe in Regionalverkehrsmitteln stieg von 823 auf 905 im vergangenen Jahr. Bedrohungen gegen Zugpersonal lagen im selben Zeitraum bei über 1.300.
Mit dem Ausbau von Kameras und Körperkameras soll Kriminalität vorgebeugt und die Aufklärung von Straftaten erleichtert werden. Die Betreiber verzeichnen erste Erfolge bei der Verbesserung der Sicherheit für Mitarbeiter und Fahrgäste. Die letzten Bahnhöfe im Landesüberwachungsprogramm erhalten noch in diesem Jahr Kameras.
