NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos" vor drohender Qualitätsverschlechterung
Ingrid LöwerNRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos" vor drohender Qualitätsverschlechterung
Kitas und Trägervereinigungen in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reformen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
In Lennestadt gingen unter dem Motto "Wir sind sprachlos" Kita-Beschäftigte, Eltern und Kinder auf die Straße – weitere Demonstrationen sind in Düsseldorf, Köln und Dortmund geplant. Die für nächstes Jahr vorgesehenen Änderungen am KiBiz stoßen auf massive Kritik: Befürchtet werden steigende Kosten und ein verschärfter Fachkräftemangel.
Die Proteste wurden vom Netzwerk WIR-KITAs organisiert, dem sich 47 Kitas und 12 Träger angeschlossen haben. Eltern, Erzieher:innen und Kinder demonstrierten gemeinsam gegen die drohende Verschlechterung der Betreuungsqualität. Besonders umstritten ist das geplante "Kern- und Randzeitenmodell", das nach Ansicht der Kritiker:innen zu einer Absenkung der Betreuungsstandards führen werde.
Die aktuelle KiBiz-Reform, die bereits im Januar in Kraft trat, konnte die Inflation nicht ausgleichen – viele Einrichtungen kämpfen mit finanziellen Engpässen. Hohe Energiekosten und ein eklatanter Personalmangel verschärfen die Lage zusätzlich. Die Landesregierung hat zwar für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt – doch die Protestierenden halten dies für unzureichend.
Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, betonte die Bedeutung von qualitativ hochwertiger Betreuung und Vertrauen in die Fachkräfte. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, erklärte, dass niemand die Einrichtung zufrieden verlasse, weil die Bedürfnisse der Kinder nicht ausreichend erfüllt würden. Die Proteste spiegeln die wachsende Verärgerung über Finanzierungslücken und die Folgen für die frühe Kindheitsbildung wider.
Die Reformen sollen 2027 in Kraft treten, doch der Widerstand formiert sich weiter. Mit Demonstrationen in mehreren Städten fordern Träger und Eltern bessere Finanzierung und Personalausstattung. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie Kitas unter dem neuen System arbeiten können.






