10 June 2026, 22:26

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaikanlagen löst Kritik aus

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, um verschiedene Bereiche dieser Anlagen einheitlich im gesamten Bundesland zu klassifizieren.

Der Leitfaden legt erstmals verbindliche Kriterien fest und nutzt eine Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Bewertung null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ebenso wie die Flächen direkt unter den Modulen, die ökologisch mit Schotterwegen gleichgesetzt werden.

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Die Bereiche zwischen den Modulreihen werden anhand ihres Zielbiotops bewertet und können bei der ökologischen Bilanz Abzüge erhalten. Die Behörde empfiehlt zudem konkrete Gestaltungsmaßnahmen für eine naturverträgliche Ausführung, darunter Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische mit einer Unterkantenhöhe von mindestens 0,8 Metern sowie eine fundamentfreie Bauweise.

Nordrhein-Westfalen plant einen deutlichen Ausbau der Photovoltaik-Kapazitäten. Aktuell liegt diese bei 13,21 Gigawatt, die Ziele sehen 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und 50 Gigawatt bis 2040 vor. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW hat jedoch Bedenken zur wissenschaftlichen Grundlage des Leitfadens geäußert. Die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen sei zu niedrig angesetzt, so die Kritik.

Der Leitfaden zielt darauf ab, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen für Photovoltaik-Projekte im gesamten Land zu standardisieren. Seine Empfehlungen und das Punktesystem werden beeinflussen, wie zukünftige Freiflächenanlagen gestaltet und bewertet werden. Die ehrgeizigen Ausbauziele des Landes hängen davon ab, ökologische Belange und Energieerzeugung in Einklang zu bringen.

Quelle