NRW fördert freiwillige Rückkehr abgelehnter Asylbewerber – mit Erfolg und Kritik
Liliana TrappNRW fördert freiwillige Rückkehr abgelehnter Asylbewerber – mit Erfolg und Kritik
Nordrhein-Westfalen wirbt für freiwillige Ausreisen abgelehnter Asylbewerber
Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen setzt sich dafür ein, dass mehr abgelehnte Asylsuchende Deutschland freiwillig verlassen. Dies sei nicht nur humaner, sondern auch kostengünstiger als Abschiebungen, argumentiert die Regierung. Gleichzeitig entscheiden sich einige Familien bereits vor einer offiziellen Entscheidung über ihren Asylantrag zur Rückkehr in ihre Heimat.
Die Familie Demir aus der Türkei hat sich dazu entschlossen, ohne einen Bescheid abzuwarten zurückzukehren. Als Hauptgrund nennen sie die schlechten Lebensbedingungen in ihrer deutschen Unterkunft. Andere, wie Mahammad Zeynalov aus Aserbaidschan, planen ihre Rückkehr mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes aktiv vor.
Zeynalovs Familie hatte im Kreis Unna gelebt, stand jedoch nach der Ablehnung ihres Asylantrags vor der Abschiebung. Mit 6.000 Euro finanzieller Unterstützung – fast ein Jahresgehalt in Aserbaidschan – haben sie sich nun neu angesiedelt. Zeynalov bezeichnet die Entscheidung zur Rückkehr als richtig.
Beratungsprogramme zur Rückkehr helfen einigen Rückkehrern, in ihren Herkunftsländern ein eigenes Unternehmen zu gründen. Diese Initiativen sind Teil einer größeren Strategie, um freiwillige Ausreisen attraktiver zu gestalten. Integrationsministerin Josefine Paul stockt die Unterstützung auf und schafft 24,5 neue Beratungsstellen.
Doch der politische Druck für schärfere Abschieberegeln wächst. Fast alle großen Parteien fordern schnellere Abschiebungen von Personen mit abgelehntem Asylantrag.
Der Fokus des Landes auf freiwillige Rückkehren soll den Bedarf an Zwangsabschiebungen verringern. Finanzielle Hilfen und Beratung sind zentrale Instrumente, um mehr Menschen zur Ausreise zu bewegen. Bisher nehmen Familien wie die Zeynalovs und Demirs das Angebot an – doch die Debatte über die Abschiebepolitik geht weiter.






