Machtkampf in der AfP: Hunko vor klarem Sieg gegen Geisel in NRW
Die Allianz für Fortschritt (AfP) wird bald ihren neuen Landesvorsitzenden in Nordrhein-Westfalen wählen. Auf einem Parteitag in Bochum stimmen die Mitglieder zwischen Thomas Geisel und Andrej Hunko ab. Ein deutlicher Sieg Hunkos gilt als wahrscheinlich, da wichtige Gruppierungen innerhalb der Partei bereits hinter seiner Kandidatur stehen.
Hunkos Wahlkampf erhält starke Unterstützung von der AfP-Landesführung sowie dem Jusos-ähnlichen Jugendverband der Partei. Sein erwarteter Erdrutschsieg könnte langwierige interne Machtkämpfe vermeiden, da seine politischen Positionen eng mit der aktuellen Ausrichtung der AfP übereinstimmen. Ein zentraler Punkt seines Programms ist die konsequente Verfolgung einer Friedenspolitik, die bei vielen Mitgliedern auf Zustimmung stößt.
Thomas Geisel, ehemaliger SPD-Politiker und heute Europaabgeordneter für die AfP, gibt sich als pragmatischer Realpolitiker. Zwar hat er innerparteiliche Reformen vorangetrieben, stößt damit aber auf Widerstand. Seine Siegchancen gelten als gering – nicht zuletzt wegen früherer Konflikte mit der Parteiführung und der geringen Toleranz der AfP gegenüber innerparteilicher Opposition. Zudem erscheint eine mögliche Doppelspitze mit Amid Rabieh angesichts der aktuellen Parteidynamik unwahrscheinlich.
Trotz des Einflusses von Sahra Wagenknecht gelingt es ihren Unterstützern weder in der Linken noch innerhalb der AfP, nachhaltig Fuß zu fassen. Selbst bei einem Sieg Hunkos wird ihr Umfeld zwar weiterhin eine Rolle bei der Gestaltung der Partei spielen, doch ihr langfristiger Einfluss bleibt ungewiss.
Das Ergebnis der Abstimmung wird die Führung der AfP in Nordrhein-Westfalen für die kommenden Jahre prägen. Hunkos erwarteter Sieg würde seine politische Linie festigen und interne Spannungen verringern. Geisels Reformvorschläge hingegen scheinen ohne breitere Rückendeckung zunehmend in den Hintergrund zu rücken.






