16 March 2026, 10:37

Kölner Dom plant umstrittene Eintrittsgebühren – Ex-Dombaumeisterin warnt vor Folgen

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant umstrittene Eintrittsgebühren – Ex-Dombaumeisterin warnt vor Folgen

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgelder erheben

Der Kölner Dom, eines der berühmtesten katholischen Gotteshäuser der Welt und ein Wahrzeichen der Stadt, könnte bald Besuchern Eintritt abverlangen. Die historische Stätte, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, steht vor einem umstrittenen Plan – doch Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, übt scharfe Kritik an den Plänen.

Schock-Werner argumentiert, dass eine Eintrittsgebühr den grundlegenden Charakter des Doms verändern würde. Sie bezeichnete ihn als ein "missionarisches Angebot der Kirche", das für alle offen sein solle. Würde nur noch zahlungskräftigen Besuchern der Zutritt gewährt, drohe der Dom zu einer Art Museum zu werden, warnte sie.

Das UNESCO-Weltkulturerbe beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige und gilt als Symbol für Köln selbst – für viele ist die Stadt ohne das Bauwerk kaum vorstellbar. Zwar räumte Schock-Werner ein, dass zusätzliche Finanzmittel nötig seien, doch dürfe dies nicht auf Kosten der Zugänglichkeit gehen.

In Deutschland sind ähnliche Vorhaben in den vergangenen Jahren auf geteilte Reaktionen gestoßen. Einige Städte führten selektive Gebühren zur Deckung der Instandhaltungskosten ein, während Denkmalschützer und lokale Gemeinschaften solche Pläne oft ablehnen. Im Mittelpunkt der Bedenken stehen der Erhalt des kulturellen Zugangs und die Bewahrung der spirituellen Bedeutung der Stätten.

Trotz der Kritik wollen die Verantwortlichen die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einführen. Zwar soll das Eintrittsgeld finanzielle Engpässe mildern, doch besteht die Gefahr, dass die Besucherzahlen sinken. Schock-Werners Warnungen spiegeln die Sorge wider, dass der Dom seinen offenen, inklusiven Charakter verlieren könnte. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei Kirchenvertretern und städtischen Behörden, die für die Stätte zuständig sind.

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