KitschKrieg revolutioniert deutschen Pop mit globalen Beats und minimalistischer Ästhetik
Liliana TrappKitschKrieg revolutioniert deutschen Pop mit globalen Beats und minimalistischer Ästhetik
Das deutsche Elektronik-Duo KitschKrieg hat mit seinem aktuellen Album Gut Genug internationale Aufmerksamkeit erregt. Ihre Musik verbindet globale Einflüsse mit einer schlichten, minimalistischen Ästhetik. Der Ansatz der Gruppe an die Produktion ist so präzise wie handwerkliche Kunstfertigkeit.
KitschKriegs Sound speist sich weniger aus traditionellem deutschen Pop als vielmehr aus jamaikanischen Rhythmen, afrikanischen Clubbeats und Nischen-Rap. Ihr Stil erinnert oft an die reduzierten, flachen Klänge des Produzenten Paul Kalkbrenner. Daneben weben sie Samples aus anderen deutschen Export-Erfolgen wie Blümchen oder Kraftwerk ein.
Das Trio, zu dem auch der visuelle Künstler Awhodat gehört, pflegt eine konsequent schwarz-weiße Bildsprache. Ihre beiden letzten Alben, beide unter dem Titel German Engineering veröffentlicht, entstanden in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern. Für sie ist der Slogan „Made in Germany“ eher ein spielerisches Meme als eine nationalistische Aussage.
Auf Gut Genug verleiht Baran Koks deutsch gerappte Erzählungen über Rave-Dealer den polierten Instrumentals eine rohe, erzählerische Kante. Der globale Hype um das Album zeigt, wie Streaming die Popmusik über Grenzen hinaus trägt.
Gut Genug unterstreicht KitschKriegs Fähigkeit, globale Klänge mit einer unverwechselbaren Ästhetik zu verschmelzen. Ihre Arbeit besticht durch Präzision und interkulturelle Anziehungskraft. Die Gruppe definiert neu, was „Made in Germany“ in der modernen Musik bedeuten kann.
