KI-Beauftragte an Schulen: Neue Chance oder zusätzliche Belastung für Lehrkräfte?
Liliana TrappKI-Beauftragte an Schulen: Neue Chance oder zusätzliche Belastung für Lehrkräfte?
Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzusetzen, um Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern durch die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz zu begleiten. Zu den Aufgaben gehörten Fortbildungen, die Mitgestaltung von Lehrplänen sowie die Erprobung neuer Prüfungsformate. Kritiker monieren, dass Lehrkräfte bereits jetzt unter einer hohen Arbeitsbelastung leiden – zumal die Stelle außerhalb der regulären Arbeitszeiten tätig wäre.
Die KI-Beauftragten sollten pro Schulhalbjahr drei dreistündige Fortbildungen durchführen und wöchentlich eine halbe Stunde für Beratungen zur Verfügung stehen. Ihre Aufgaben umfassen die Vermittlung von KI-Grundlagen, die Darstellung von Chancen und Risiken sowie die Organisation von Informationsveranstaltungen für Eltern. Zudem würden sie schulinterne Schulungen konzipieren, fächerübergreifenden Unterricht mitgestalten und prüfen, ob alternative Prüfungsformate praktisch umsetzbar und rechtlich zulässig wären.
Der Vorschlag empfiehlt, die Stelle zeitnah einzurichten, um mit dem Tempo des technologischen Wandels Schritt zu halten. Denkbar wäre auch, die Position mit Beamtinnen oder Beamten zu besetzen. Allerdings fielen die zusätzlichen Aufgaben außerhalb der regulären Arbeitszeit der Lehrkräfte an – was Bedenken wegen einer weiteren Belastung weckt.
Unterdessen klagen Referendare darüber, durch einen zu theorielastigen Lehrplan unzureichend auf den Schulalltag vorbereitet zu werden. Unabhängig davon verzeichnet Bayern aktuell die niedrigste Quote an Fachkräften mit beruflicher Ausbildung in Kindergärten bundesweit. Der Bundeselternrat fordert unterdessen Reformen und ein Ende „veralteter Schulsysteme“.
Würde der Vorschlag umgesetzt, markierte dies einen deutlichen Wandel im Umgang mit Technologie an Schulen. Zwar zielt das Vorhaben auf eine verbesserte digitale Kompetenz ab, doch besteht die Gefahr, die ohnehin hohe Arbeitsbelastung der Lehrkräfte weiter zu erhöhen. Das Bildungssystem steht insgesamt weiterhin in der Kritik – wegen Lücken in der Ausbildung und sinkender Quoten in der beruflichen Bildung.






