Interreligiöser Dialog in Aachen: Wie Religion Europa prägt und verbindet
Torsten BenderInterreligiöser Dialog in Aachen: Wie Religion Europa prägt und verbindet
Interreligiöser Dialog in Aachens historischer Krönungshalle
Am Mittwochabend fand in der historischen Krönungshalle von Aachen ein interreligiöser Dialog statt. Die Veranstaltung, Teil der Reihe Aachener Interreligiöser Dialog, stand unter dem Motto "Wie Religion Europa prägt" und brachte religiöse Führungspersönlichkeiten zusammen. Fast 300 Gäste füllten den Saal, zusätzliche Sitzplätze mussten aufgrund der großen Nachfrage eingerichtet werden.
An der Diskussion beteiligten sich Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Kardinal Reinhard Marx sowie der islamische Theologe Mouhanad Khorchide. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Internationalen Karlspreis-Stiftung Aachen. Im Mittelpunkt stand die Rolle der Religion in Europa – als verbindende Kraft, aber auch als möglicher Spaltpilz.
Mouhanad Khorchide betonte die gemeinsamen Grundsätze von Liebe und friedlichem Zusammenleben in Judentum, Christentum und Islam. Kardinal Marx warnte davor, Religion als Instrument für Konflikte zu missbrauchen, und unterstrich ihre eigentliche Aufgabe, den Frieden zu fördern. Oberrabbiner Goldschmidt verwies unterdessen auf die demokratischen Werte, die in den abrahamitischen Traditionen verwurzelt sind.
Die Gespräche beleuchteten auch, wie sich religiöse Überzeugungen mit dem liberaldemokratischen Rahmen Europas vereinen lassen. Diskutiert wurde, ob der Glaube den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken oder weitere Spaltungen vertiefen könnte.
Der Abend endete mit Reflexionen über die Fähigkeit der Religion, die Zukunft Europas mitzugestalten. Die hohe Besucherzahl zeigte das große öffentliche Interesse an dem Thema. Die Veranstalter werteten den Dialog als Erfolg, der das Verständnis zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften gefördert habe.






