Historischer Tiefstand: Immer weniger Lehrlinge in NRW schließen ihre Ausbildung ab
Liliana TrappAnzahl der bestandenen Ausbildungsprüfungen erreicht neuen Tiefstand - Historischer Tiefstand: Immer weniger Lehrlinge in NRW schließen ihre Ausbildung ab
Lehrlingszahlen in Nordrhein-Westfalen auf historischem Tiefstand
In Nordrhein-Westfalen haben die Abschlüsse in der dualen Ausbildung einen historischen Tiefstand erreicht. 2023 bestanden nur noch 85.800 Auszubildende ihre Abschlussprüfung – die wenigsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1976. Gleichzeitig brachen über 37.100 Lehrlinge ihre Ausbildung vorzeitig ab oder wechselten den Betrieb, die höchste Abbrecherquote seit einem Jahrzehnt.
Der Rückgang bei den erfolgreich abgeschlossenen Lehrverträgen folgt auf einen deutlichen Einbruch bei den Neuabschlüssen während der Corona-Pandemie. 2020 wurden in Nordrhein-Westfalen nur noch 103.188 neue Ausbildungsverträge registriert – deutlich weniger als vor der Pandemie. Zwar erholten sich die Zahlen bis 2023 leicht auf 106.095, sanken 2024 aber wieder auf 104.922.
Besonders auffällig ist der Rückgang der Prüfungsabschlüsse im Vergleich zu vor zehn Jahren: 2014 beendeten noch rund 108.100 Auszubildende ihre Lehre erfolgreich, 2023 waren es nur noch 85.800. Dennoch blieb die Bestehensquote mit 88 Prozent stabil und entspricht damit dem Niveau der Vorjahre.
Auch die vorzeitigen Vertragslösungen nahmen zu: 2024 verließen 37.100 Lehrlinge ihre Ausbildung – ein Anstieg um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Trend verstärkt die Sorgen um die Stabilität der beruflichen Bildung in der Region.
Die Daten zeigen einen langfristigen Rückgang bei den Ausbildungsabschlüssen, der mit den Pandemie-Folgen und weniger Neuverträgen zusammenhängt. Mit den niedrigsten Prüfungszahlen seit fast 50 Jahren steht die Region vor Herausforderungen, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die stabile Bestehensquote deutet zwar auf eine weiterhin hohe Ausbildungsqualität hin, doch die Gesamtbeteiligung schrumpft weiter.






