Ganztagsbetreuung ab 2026: Warum in Bergisch Gladbach schon jetzt 185 Kinder leer ausgehen
Torsten BenderGanztagsbetreuung ab 2026: Warum in Bergisch Gladbach schon jetzt 185 Kinder leer ausgehen
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird jedes Grundschulkind in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung haben – beginnend mit den Erstklässlern. Doch bereits jetzt kämpfen einige Städte damit, die aktuelle Nachfrage zu decken, sodass viele Kinder ohne Platz bleiben.
In Bergisch Gladbach erhalten im kommenden Jahr 185 Kinder trotz Anmeldung durch ihre Eltern keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Allein an der GGS Moitzfeld können 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch nicht betreut werden. Die OGS-Abdeckungsquote im Stadtteil liegt bei nur 58 Prozent – deutlich unter dem Stadtdurchschnitt von 76,9 Prozent.
Auch an der GGS Heidkamp fehlen Plätze für alle anspruchsberechtigten Erstklässler. Um die Situation zu entlasten, plant die Stadt die Einführung einer „erweiterten Betreuungszeit“ an der Schule, wodurch bis zu zehn zusätzliche Plätze entstehen sollen. Die bereits an vier Grundschulen angebotene Randstundenbetreuung hilft, das Defizit zu verringern, das sonst über die aktuellen 185 unversorgten Kinder hinausgehen würde.
Die Stadt hat die Versorgungslücke eingeräumt: 32 Kinder mit gesetzlichem Anspruch auf Betreuung konnten aufgrund räumlicher Engpässe nicht aufgenommen werden. Eine „bedarfsorientierte Erweiterung“ der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld soll nun ab 2027 umgesetzt werden.
Das neue Bundesgesetz garantiert zwar ab 2026 ganztägige Betreuung für alle Erstklässler – doch in Bergisch Gladbach zeigt der aktuelle Mangel, wie groß die Herausforderungen sind. Ohne weiteren Ausbau könnten viele Familien auch künftig unsicher bleiben, ob sie einen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten.
