01 April 2026, 00:45

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd startet nach 18 Monaten Stillstand endlich durch

Ein Vintage-Zirkusposter, das eine Show in Paris ankündigt, mit einer Gruppe von Menschen, einige mit Schirmen, sowie Tieren, Bäumen und anderen Gegenständen, mit Text zur Veranstaltung.

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd startet nach 18 Monaten Stillstand endlich durch

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd trifft sich endlich – nach über einem Jahr Untätigkeit

Die Kommission, die 2023 eingerichtet wurde, um die ethischen Aspekte des Verkaufs von Jagd-Safaris und deren Auswirkungen auf den Artenschutz zu prüfen, kommt nun unter Druck: Vor der anstehenden Messe Jagd und Hund hat der Stadtrat die Gruppe angewiesen, noch vor der Sommerpause mit der Arbeit zu beginnen.

Die Einrichtung der Kommission folgte jahrelangen hitzigen Debatten im Dortmunder Stadtrat. Ihr Auftrag war es zu bewerten, ob die kommerzielle Großwildjagd ethisch vertretbar ist und welche Folgen sie für den Schutz bedrohter Tierarten hat. Doch trotz dieses klaren Mandats blieb die Kommission mindestens 18 Monate lang inaktiv – es gibt keine Protokolle oder Hinweise auf stattgefundene Sitzungen.

Die Dringlichkeit des Themas wuchs, nachdem Deutschland 2022 den Vorschlag Botswanas abgelehnt hatte, Elefanten in das Land umzusiedeln. Seither hält die Bundesregierung an ihrer Ablehnung der kommerziellen Großwildjagd in Afrika fest; mit einer Kehrtwende ist vor 2026 nicht zu rechnen. Städte wie München und Berlin haben sogar ihre lokalen Verbote für die Einfuhr von Jagdtrophäen verschärft – mit Verweis auf Tierschutz und Artenerhalt.

Politische Gräben bremsen die Fortschritte aus. Während Grünen, SPD, Linke und kleinere Fraktionen eine Sitzung der Kommission noch vor dem Sommer forderten, hätte die CDU auch einen späteren Termin akzeptiert. Die AfD lehnt die Kommission hingegen komplett ab. Die Verwirrung wurde noch größer, als Dortmunds neuer Oberbürgermeister kürzlich einräumte, dass unvollständige Aktenlage bedeutet: Es gibt schlicht keine Dokumentation über frühere Aktivitäten der Kommission.

Die bevorstehende Jagd und Hund-Messe hat die Forderungen nach Klarheit nun verschärft. Die Stadtspitze steht vor einer Entscheidung: Wird die Kommission endlich die längst überfälligen Antworten liefern – oder weiter schweigen zu einer der umstrittensten Fragen der Wildtierpolitik?

Das erste Treffen der Kommission könnte Dortmunds Haltung zur Großwildjagd prägen. Ohne vorherige Protokolle und bei anhaltenden politischen Differenzen werden ihre Ergebnisse – oder deren Ausbleiben – die künftigen Debatten maßgeblich beeinflussen. Die nächsten Schritte der Stadt werden genau beobachtet, denn mit der näher rückenden Messe wächst auch der Druck auf eine Lösung.

AKTUALISIERUNG

Jagd & Hund 2026 Messe Concludes Without Ethikkommission Action

The Jagd & Hund 2026 Messe ran from 27 January to 1 February 2026 as scheduled, but no resolution from Dortmund's stalled ethics commission emerged during the event. Key details:

  • The event concluded without reported disruptions or immediate policy changes.
  • A post-messe summary video confirmed the event's completion, offering no indication of last-minute political interventions.
  • Despite heightened pressure, the commission's first meeting remains pending, with no public updates on its findings.