09 June 2026, 10:28

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – Debatte über kulturelles Erbe entbrannt

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – Debatte über kulturelles Erbe entbrannt

In Kiew wurde ein Denkmal für den Schriftsteller Michail Bulgakow entfernt. Der Beschluss dazu kam vom Stadtrat im Rahmen einer breiter angelegten Initiative, Symbole mit Bezug zu russischem Einfluss abzubauen. Die Maßnahme hat eine Debatte über kulturelles Erbe und die Bedeutung von Dekolonisierung ausgelöst.

Die Bronzestatue stand einst vor dem Bulgakow-Museum am Andrejas-Steig. Sie wurde am 4. Juni nach Vorgaben des Ukrainischen Instituts für Nationale Erinnerung abgebaut. Die Behörden stuften den Schriftsteller als eine Persönlichkeit ein, die mit der russischen Imperialpolitik verbunden ist.

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Die lokale Kommentatorin Olga Popadjuk verurteilte die Entfernung als sinnlos. Sie argumentierte, Bulgakows Werke – insbesondere Der Meister und Margarita – hätten die Zerstörungen der Sowjetzeit lange vor jedem Denkmal aufgedeckt. Popadjuk las den Roman mit vierzehn Jahren und zitierte in ihrer Kritik die Worte des Autors: „Verfall beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“

Die Reaktionen bleiben gespalten. Einige befürworten den Abbau als notwendigen Schritt, um sich von Russlands kulturellem Erbe zu lösen. Andere bestehen darauf, dass Bulgakow zu Kiews Geschichte gehört, da er 1891 dort geboren wurde und später als Arzt in der Ukraine arbeitete. An der Stelle, wo einst die Statue stand, klafft nun eine Lücke. Die Behörden haben noch keine Pläne für einen Ersatz bekannt gegeben. Die Debatte über Bulgakows Platz in der Identität Kiews dauert derweil an.

Quelle