Atommüll-Transport aus Jülich erreicht unter Protesten Zwischenlager Ahaus
Samira StriebitzAtommüll-Transport aus Jülich erreicht unter Protesten Zwischenlager Ahaus
Am Mittwochmorgen traf eine Lieferung mit atomarem Abfall in Ahaus ein, nachdem der Transport unter strengen Sicherheitsvorkehrungen aus Jülich gestartet war. Die Verlegung ist Teil einer Reihe von Umzügen, die nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und politischen Entscheidungen erfolgen. Entlang der Strecke versammelten sich Demonstranten – ähnlich wie vor fast drei Jahrzehnten, als erste vergleichbare Transporte begannen.
Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr morgens mit einem Castor-Behälter, der radioaktives Material enthielt. Über 2.400 Polizeibeamte sicherten die 170 Kilometer lange Route durch Nordrhein-Westfalen ab. Strahlenschutzteams, Anti-Drohnen-Einheiten und Spezialkräfte begleiteten den Transport, der ohne Zwischenfälle in Ahaus eintraf.
Hintergrund der Verlegung ist das Ablaufen der Betriebsgenehmigung für das Jülicher Zwischenlager vor Jahren. Ein Urteil des Berliner Brandenburgischen Gerichts vom März 2026 ebnete den Weg für den Umzug, indem es Bedenken der Umweltorganisation BUND zur Sicherheit zurückwies. Dem Beschluss gingen langjährige juristische Auseinandersetzungen, öffentliche Anhörungen sowie das Scheitern neuer Zwischenlager-Standorte voraus. Nun müssen 152 Castor-Behälter – mit rund 300.000 Brennelement-Kugeln aus dem 1988 stillgelegten Forschungsreaktor – nach Ahaus gebracht werden, das nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt.
Der aktuelle Transport weckt Erinnerungen an die erste große Anlieferung in Ahaus 1996, die massiven Protest auslöste. Auch diese Woche demonstrierten Atomkraftgegner, während Oppositionspolitiker die Zeitplanung der Aktion kritisierten und den Rücktritt der nordrhein-westfälischen Umweltministerin Mona Neubaur forderten. Die Behörden kündigten an, künftige Transporte auf maximal drei Castor-Fahrzeuge gleichzeitig zu begrenzen.
Die Ankunft des Atommülls in Ahaus markiert einen weiteren Schritt in den langjährigen Bemühungen, das Material aus Jülich zu verlegen. Da keine Störungen gemeldet wurden, verlief die Aktion wie geplant unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. In den kommenden Monaten sind weitere Transporte zu erwarten, während die restlichen Behälter in das Zwischenlager gebracht werden.






