17 June 2026, 17:38

ARD wagt umstrittenen Schritt: Neues Spiel auf Roblox trotz Kritik

ARD spielt auf: Rundfunkgebühr fünft gaming-Offensive

ARD wagt umstrittenen Schritt: Neues Spiel auf Roblox trotz Kritik

Die ARD präsentiert neues Spiel auf Roblox – trotz Kritik an der Plattform

Bei der Gamescom hat die ARD ein neues Spiel für die Roblox-Plattform vorgestellt. Dieser Schritt erfolgt, obwohl es weiterhin Bedenken wegen des Umgangs der Plattform mit Problemen wie sexuellem Missbrauch und rechtsextremer Unterwanderung gibt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender will mit Gaming-Initiativen seine Reichweite ausbauen.

Digitales Gaming ist in Deutschland weit verbreitet: Fast 50 Millionen Menschen spielen regelmäßig, die Zielgruppe ist geschlechterübergreifend ausgeglichen, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 38 Jahren. Die ARD sieht in Games ein zentrales Feld, um neue und bestehende Zielgruppen anzusprechen – auch über VR, AR und das Metaversum.

Erste Schritte in diese Richtung hat der Sender bereits unternommen. Rundfunkanstalten wie der SWR haben Spiele wie „Tatort Game“ oder „Nachrichtenmacher“ entwickelt. SWR-Intendant Kai Gniffke betont das Potenzial von Gaming, um Vielfalt und demokratische Werte zu fördern sowie Gruppen zu erreichen, die klassische Medien schwerer ansprechen.

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Um die Aktivitäten zu bündeln, hat die ARD nun das „ARD Games Network“ ins Leben gerufen. Das Netzwerk arbeitet in Clustern zu Strategie, Community, Kultur und Wachstum. Die Teilnahme ist freiwillig, jede Anstalt bleibt für ihre eigenen Spiele verantwortlich. Zudem muss die ARD nachweisen, dass ihre Gaming-Pläne dem öffentlich-rechtlichen Auftrag entsprechen und ihren Erfolg mit Zuschauerzahlen belegen.

Kritiker hingegen zweifeln an, ob die Entwicklung von Videospielen überhaupt zum Aufgabenbereich öffentlich-rechtlicher Sender gehört.

Mit dem neuen Netzwerk will die ARD vor allem jüngere Zielgruppen gewinnen. Die Koordination soll die einzelnen Projekte der Sender unterstützen, während diese weiterhin eigenverantwortlich agieren. Die Initiative steht für einen größeren Trend: Öffentlich-rechtliche Medien erkunden digitale Plattformen als Teil ihres öffentlichen Auftrags.

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