Anna Netrebko triumphiert in Berlin – doch Proteste überschatten ihre Rückkehr
Samira StriebitzAnna Netrebko triumphiert in Berlin – doch Proteste überschatten ihre Rückkehr
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Produktion eröffnete im Rahmen des Festspielprogramms des Opernhauses und markiert damit die Rückkehr der Sopranistin an das Haus nach mehreren Jahren. Vor dem Theater versammelten sich jedoch Protestierende, um gegen ihren Auftritt zu demonstrieren.
Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Der Protest richtete sich gegen Netrebkos angebliche Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin – eine Kontroverse, die sich nach ihrer 50. Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml 2021 weiter zugespitzt hatte. Die Kritik an der Sängerin verstärkte sich nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022, obwohl ihre Vertreter betonen, sie habe den Krieg verurteilt.
Drinnen im Opernhaus herrschte dagegen eine völlig andere Stimmung. Netrebko, die als Amelia auftrat, erhielt begeisterten Applaus vom Publikum. Auch die unter der Leitung von Enrique Mazzola stehende Inszenierung wurde enthusiastisch gefeiert, und das Publikum reagierte mit großer Begeisterung auf die Aufführung.
Dieser jüngste Auftritt spiegelt eine allgemeine Entwicklung in Deutschland wider: Zwar sind Netrebkos Vorstellungen oft ausverkauft und werden gefeiert, doch ihre Auftritte ziehen mittlerweile regelmäßig Proteste auf sich. Ihre doppelte Staatsbürgerschaft – sie besitzt sowohl die russische als auch die österreichische – sowie frühere Auftritte in Berlin tragen zusätzlich zur Debatte über ihre öffentliche Rezeption bei.
Die Premiere von Un ballo in maschera fand wie geplant statt, und Netrebkos Darstellung wurde im Inneren der Staatsoper mit Applaus bedacht. Gleichzeitig unterstrich die Demonstration vor dem Gebäude die anhaltende Spaltung über ihre Präsenz in europäischen Kulturinstitutionen. Das Opernhaus hat sich bisher nicht weiter zu den Protesten oder ihren künftigen Engagements geäußert.






