14 April 2026, 00:40

"Angekommen": Wie Geflüchtete in Köln ein neues Leben wagen

Eine Gruppe von Menschen hält ein Banner mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem umzäunten Gebäude mit Bäumen und Fahnen.

"Angekommen": Wie Geflüchtete in Köln ein neues Leben wagen

Ausstellung in "Himmel un Ääd" zeigt Geschichten von Geflüchteten, die in Deutschland neu angekommen sind

In der Ausstellung "Angekommen" im Kölner Lokal Himmel un Ääd werden die Schicksale von Geflüchteten vorgestellt, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben. Unter ihnen ist Habte Abrahle, der aus Eritrea floh und heute fest angestellt auf einem Golfplatz bei Köln arbeitet. Sein Weg – von der gefährlichen Überquerung der Sahara bis zum sicheren Arbeitsplatz – wird bei einer Veranstaltung am 28. November erzählt.

Die bis zum 6. Dezember laufende Schau mit dem Titel "Angekommen" präsentiert Porträts und persönliche Berichte von Menschen, die in der Region Fuß gefasst haben. Begleitend zur Ausstellung gibt es einen Talk, bei dem Besucher:innen aus erster Hand erfahren, wie es ist, in einem fremden Land neu zu beginnen.

Habte Abrahles Weg nach Deutschland begann mit einer lebensgefährlichen Durchquerung der Sahara. Eingepfercht in einen überfüllten Lastwagen litt er unter extremem Durst und Hunger, bevor er Europa erreichte. 2015 kam er in Deutschland an und verbrachte Monate unter schwierigsten Bedingungen – zunächst acht Monate in einem Zelt, dann weitere vier in einem Frachtcontainer.

Nach seiner Ankunft besuchte er über die Initiative "Welcome to Schildgen" einen Deutschkurs. Dort traf er auf Ehrenamtliche, die ihn beim Spracherwerb unterstützten. Trotz seines B1-Zertifikats arbeitete er lange Stunden, um Geld an seine Familie in Eritrea und Äthiopien zu schicken. Anfangs erlebte er Rassismus, ließ sich davon aber nicht entmutigen – heute sind diese Herausforderungen überwunden.

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Um beruflich voranzukommen, absolvierte Abrahle Praktika als Bäcker und später als Greenkeeper auf einem Golfplatz. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: Der Club bot ihm schließlich eine Festanstellung an. Auch privat nahm sein Leben eine positive Wende: 2021 konnte seine Frau nach sechs Jahren Trennung endlich zu ihm nach Deutschland nachziehen. Mittlerweile hat das Paar drei Kinder.

Am 28. November veranstaltet Himmel un Ääd den Talk "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen", moderiert von Margret Grunwald-Nonte. Dort werden Abrahle und ein weiterer Geflüchteter von ihren Wegen erzählen. Ihre Berichte zeigen die Schwierigkeiten und Erfolge, die mit einem Neuanfang in einem fremden Land verbunden sind.

Die Ausstellung und der Talk bieten Geflüchteten eine Plattform, um ihre Geschichten zu teilen. Abrahles Weg – von der Flucht über die Wüste bis hin zu einem sicheren Job und einer wiedervereinten Familie – steht exemplarisch für die Widerstandsfähigkeit all jener, die ihr Leben neu aufbauen. Die Porträts sind noch bis zum 6. Dezember zu sehen, die Veranstaltung Ende dieses Monats bietet Gelegenheit, mehr zu erfahren.

Quelle