Algen als Rettung für die Textilindustrie: Ein deutsches Projekt revolutioniert nachhaltige Fasern
Liliana TrappAlgen als Rettung für die Textilindustrie: Ein deutsches Projekt revolutioniert nachhaltige Fasern
Die Textilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Während die Nachfrage nach Naturfasern steigt, wachsen gleichzeitig die Bedenken gegenüber synthetischen Materialien. Ein neues Projekt an einer deutschen Universität geht diese Herausforderung an – mit Algen als nachhaltiger Alternative. Die Initiative hat beträchtliche Fördergelder erhalten, um die Idee in die Tat umzusetzen.
Das Algacore-Projekt unter der Leitung von Leon Blanckart entwickelt eine innovative Faser auf Basis von Süßwasseralgen. Ziel ist es, Baumwolle und synthetische Fasern zu ersetzen, deren Produktion mit hohen Umweltkosten verbunden ist. Baumwolle verbraucht große Mengen Wasser, Fläche und Pestizide, während synthetische Fasern auf endliche Ressourcen zurückgreifen und Mikroplastik freisetzen können.
Das Vorhaben knüpft an die AlgaTex-Forschung an, eine vierjährige Studie, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Algacore erhält nun rund 968.000 Euro über das EXIST-Forschungstransfer-Programm, das technologiebasierte Ausgründungen aus Hochschulen unterstützt. Die Förderung läuft über 18 Monate.
Professorin Ellen Bendt und Professor Dr. Groten vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik begleiten das Projekt gemeinsam mit dem HNX-Startup-Team. Ihr Ziel: nachweisen, dass erneuerbare, algenbasierte Materialien sowohl ökologisch verträglich als auch industriell umsetzbar sind. In den kommenden Monaten wird das Team seine Forschung ausbauen und die Gründung eines Start-ups vorbereiten.
Das Algacore-Projekt könnte eine Lösung für die Nachhaltigkeitsprobleme der Textilbranche bieten. Durch den Einsatz von Algen ließe sich die Abhängigkeit von ressourcenintensiven Materialien verringern. Die Kombination aus Fördergeldern und Fachwissen wird entscheidend sein, um den Markterfolg der Innovation zu sichern.






