AfD gewinnt überraschend an Zustimmung bei Migranten – doch nicht überall
Torsten BenderAfD gewinnt überraschend an Zustimmung bei Migranten – doch nicht überall
Eine neue Studie offenbart wachsende Zustimmung für die AfD unter Migrantengemeinschaften in Deutschland. Die Anziehungskraft der Partei erstreckt sich mittlerweile über ihre traditionelle Hochburg im Osten hinaus – mit deutlichen Zugewinnen in Städten wie Hagen und Teilen des Ruhrgebiets. Forscher der Konrad-Adenauer-Stiftung analysierten Wahlverhalten verschiedener Herkunftsgruppen und deckten dabei markante Unterschiede in den politischen Präferenzen auf.
Die Untersuchung zeigt den steigenden Einfluss der AfD bei bestimmten Migrantengruppen. Bei Menschen mit polnischen Wurzeln liegt die Partei mit 33 Prozent Unterstützung an der Spitze – noch vor Union und SPD. Auch Spätaussiedler tendieren mit 31 Prozent mehrheitlich zur AfD, die damit die Union überholt.
Die Unterstützung variiert jedoch stark je nach Herkunft. Deutschtürken zeigen mit nur 8 Prozent – gleichauf mit den Grünen – deutlich weniger Zustimmung für die AfD, während die SPD mit 35 Prozent weiterhin dominiert. Russlanddeutsche hingegen bevorzugen ebenfalls die SPD, während AfD und Union jeweils bei 14 Prozent liegen.
Die Stiftung führt diese Entwicklungen auf unterschiedliche Einstellungen zur Migration zurück. Die jüngsten Integrationswahlen in Nordrhein-Westfalen unterstrichen den Wandel: Die AfD erreichte in mehreren Ruhrgebietsstädten den zweiten Platz und in Hagen sogar den ersten. Allerdings warnt die Studie, dass ungewichtete Stichproben die Aussagekraft der Ergebnisse beeinträchtigen könnten.
Die Ausdehnung der AfD in Migrantenkreise markiert einen Bruch mit ihren Ursprüngen als ostdeutsche Partei. Ihre Erfolge bei Kommunalwahlen und in bestimmten Gruppen deuten auf eine breitere Anziehungskraft hin. Die Erkenntnisse – wenn auch vorläufig – verweisen auf sich verändernde politische Dynamiken innerhalb der vielfältigen Bevölkerung Deutschlands.






