800 Besucher bei Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrchef in Bad Belzig
Torsten Bender800 Besucher bei Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrchef in Bad Belzig
Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrfunktionär zieht 800 Besucher nach Bad Belzig
Rund 800 Menschen nahmen am Wochenende in Bad Belzig (Brandenburg) an einem Solidaritätskonzert für den abberufenen Feuerwehrfunktionär Richard Mänder teil. Der Auftritt des legendären deutschen Sängers Heino stand im Zeichen des Protests gegen die Disziplinarmaßnahmen, die Mänder nach einem umstrittenen Vorfall mit der Nationalhymne trafen. Kritiker und Unterstützer lieferten sich eine kontroverse Debatte über die Angemessenheit der Sanktionen, die manche als ungerechtfertigt bewerten.
Der Streit hatte seinen Ursprung bei den Feuerwehr-Weltmeisterschaften 2025 in Torgau, wo die erste Strophe des Deutschlandlieds – "Deutschland, Deutschland über alles" – gespielt wurde. Der Deutsche Feuerwehrverband reagierte mit der Abberufung Mänders und verwies auf die historische Belastung des Liedes. Die Verbandsführung betonte, dass solche Vorfälle klare Konsequenzen nach sich ziehen müssten, und berief sich dabei auf frühere disziplinarische Maßnahmen.
Mänder wies zwar rechtsextreme Tendenzen von sich, bedauerte aber das entstandene Missverständnis. Er argumentierte, dass er nicht allein für den Vorfall verantwortlich gemacht werden dürfe. Trotz seiner Entschuldigung blieb der Verband bei seiner Entscheidung.
Das Konzert in Bad Belzig entwickelte sich zu einem Kristallisationspunkt des Widerstands. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen reisten an und bezeichneten Mänders Strafe als überzogen. Sein Manager, Helmut Werner, stellte die Veranstaltung als Protest gegen eine vermeintlich ungerechte Behandlung dar. Der 87-jährige Sänger präsentierte Klassiker wie "Karamba, Karacho, ein Whiskey" und "Die schwarze Barbara", während das Publikum bei einer Version von "Layla" jubelte – trotz Vorwürfen wegen sexistischer Textpassagen.
Der AfD-Politiker Lars Schieske lobte die Veranstaltung auf Instagram als Zeichen einer "eng verbundenen Gemeinschaft". Mänders Abberufung war maßgeblich durch Heinos Aufnahme der vollständigen Nationalhymne aus den 1970er-Jahren – inklusive aller drei Strophen – mitbegründet worden. Der Landesfeuerwehrverband warnte unterdessen vor einer Spaltung des Dienstes, nachdem Mänder-Unterstützer als Reaktion auf seine Entlassung eine konkurrierende Gruppe gegründet hatten.
Die Veranstaltung offenbarten tiefe Gräben in der Bewertung von Mänders Strafe: Während seine Anhänger sie als unverhältnismäßig kritisierten, pochte der Verband auf die historische Sensibilität der Hymne. Feuerwehrleute aus mehreren Regionen schlossen sich dem Protest an. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Tradition, Disziplin und politischer Deutung innerhalb der Feuerwehrgemeinschaft.






